ELSFLETH - Zwei sechste Tabellenplätze sehen auf dem ersten Blick für den weiblichen Handball-Nachwuchs des Elsflether TB sehr ordentlich aus. Immerhin spielten die A- und B-Jugend in der Oberliga und damit in der höchstmöglichen Spielklasse. Optimal verliefen die Spielzeiten aber für beide Mannschaften nicht, dafür war die gebotene Leistung insgesamt nicht stabil genug.
Verstärkt mit vier Spielerinnen von der HSG Delmenhorst ging die weibliche B-Jugend in die gerade abgelaufene Saison. Die von Udo Ulrich trainierte Mannschaft tat sich anfangs sichtlich schwer, nicht zuletzt auch wegen der starken Konkurrenz. Nur 4:8 Punkte standen nach sechs Partien zu Buche. Das eigentliche Ziel, einen Platz unter den ersten Vier zu belegen, geriet daher schon früh in weite Ferne. Auffällig war, dass die Akteurinnen bei Einsätzen in der A-Jugend irgendwie motivierter schienen und ihr eigentliches Team eher als Pflichtaufgabe ansahen. „Das ist aber eher eine Kopfsache gewesen. Ich glaube nicht, dass die Mädchen in den jüngeren Mannschaften absichtlich schlechter spielten“, verriet Betreuerin Nathalie Adami im Nachhinein.
Doch es gab auch eine Menge positiver Ansätze zu erkennen. Neuzugang Svenja Stapoisky fügte sich nach anfänglichen Umstellungsproblemen immer besser in die Elsflether Mannschaft ein und stieg so zu einer Leistungsträgerin auf. Auch Jana Oberegger und Saskia Guddas haben sich enorm weiterentwickelt. Über allen stand aber die Leistung von Jaqueline Finger, die als Rückraum-Linke eine bärenstarke Saison spielte und nicht umsonst die Haupttorschützin ihres Teams war. Ohnehin sieht Adami den Tabellenplatz nicht als entscheidendes Kriterium an.
Entwicklung ist wichtig
„Wichtig ist, dass sich die Spielerinnen verbessern. Ob man dann Fünfter, Sechster oder Siebter wird, ist danach relativ uninteressant“, ließ sich die stark im Jugendbereich engagierte Betreuerin Nathalie Adami entlocken. Letztlich sprang Rang Sechs in der Abschlusstabelle heraus und das bedeutet gleichzeitig, dass sich die Mannschaft nach den Osterferien erst einmal neu für die kommende Oberligaspielzeit 2010/2011 qualifizieren muss.
Das gilt auch für die weibliche A-Jugend. Für sie steht ebenfalls ein sechster Platz zu Buche. Gegner wie die Bundesliga-Nachwuchsmannschaften vom TV Oyten und vom VfL Oldenburg erwiesen sich als zu stark für den Elsflether TB, was aber wahrlich keine Schande ist. Im Gegenteil, der Großteil des Teams hat sich vor allem in der Frauen-Oberliga bewährt und dabei enorm entwickelt. Akteurinnen wie Jennifer Adami, Ayleen Breipohl, Jessica Krause und Aline Buttelmann haben einen weiteren Schritt nach vorne gemacht und werden zukünftig sicher eine große Rolle in der Frauenmannschaft spielen. Auch Torhüterin Lena von Seggern hinterließ einen starken Eindruck und lieferte laut Nathalie Adami „die wohl beste Saisonleistung in ihrer Karriere“ ab.
Positive Aussichten
Sorgen um den Elsflether Nachwuchs muss sich wohl niemand machen. Um aber weiter Leistungen auf höchstem Niveau abrufen zu können, sollten sich beide Mannschaften tunlichst in den Qualifikationen zu den nächstjährigen Oberliga-Spielzeiten durchsetzen. Dann steht einer Weiterentwicklung nichts mehr im Wege.
