ELSFLETH - Sonnabendmorgen in Elsfleth: Mit 7 Uhr ist es noch relativ früh, mit 4 Grad Celsius ist es relativ kalt und mit einer dicken Nebelsuppe, die es nicht erlaubt, auch nur mehrere Meter weit zu gucken, eigentlich ein Morgen an dem man bis mittags im Bett bleiben möchte. Doch die elf Studenten vom Fachbereich Seefahrt sind wild entschlossen, an ihrer Kutter-Renn-Trainingsfahrt nach Oldenburg festzuhalten.

Allerdings stehen sie zunächst noch, die Hände tief in die Hosentaschen vergraben und mit zwischen die Schultern gezogenen Köpfen, auf dem Steg. Um halb acht ist es dann soweit. Teamchef Günther Tewer gibt das Kommando zum Ablegen. Zehn Studenten nehmen auf den Duchten Platz. Die einzige Frau an Bord, Sonja Riegert, sitzt neben der Ruderpinne und entfacht das Positionslicht.

Ein paar Kommandos von Günther Tewer, und schnell entschwindet das Boot dem Blick. Einen Augenblick hört man noch das Eintauchen der Ruderblätter, doch dann hat der Nebel auch dies verschluckt. Rund 45 Kilometer nach Oldenburg und zurück stehen dem Team, das sich den Namen „Kakerlake“ gegeben hat, bevor. Sonja Riegert übernimmt zunächst den Ausguck, denn der Nebel ist dicht, und die Hindernisse, letztlich durch die Dalben, sind vielfach.

Die durch intensives Training vorbereiteten Männer ziehen die Paddel kurz und präzise durch das Wasser. Doch der Gegenstrom fordert Tribut. An der Hubbrücke in Huntebrück wird festgemacht und darauf gewartet, dass der Strom kippt. Es geht weiter.

Auch Sonja Riegert pullt einige Zeit mit, aber mit dem Tempo der Männer kann sie nicht mithalten. So fängt sie an, das Ganze als Ausflugsfahrt zu genießen.

Die Stimmung im Boot ist gut. Nach vier Stunden ist das Ziel in Oldenburg erreicht. Von Erschöpfung keine Spur, und mit gleicher Kraft und guter Stimmung geht es zurück nach Elsfleth. Doch irgendwann geht nichts mehr: 500 Meter pullen, 500 Meter treiben lassen, das ist es jetzt, und gegen 18.30 Uhr trifft das Team „Kakerlake“ wieder in Elsfleth ein.

Die Mühe hat sich gelohnt, und die Studenten wissen, wofür sie sich so ins Zeug legen. Am kommenden Wochenende wollen sie in Warnemünde an dem 400-Meter-Sprintrennen teilnehmen. Groß wird auch die Herausforderung beim 20-Kilometer-Grachten-Race sein, das am 11. Oktober in Amsterdam stattfindet. Doch bis dahin können noch einige Trainingseinheiten auf der Hausstrecke gepullt werden.