ELSFLETH - Nur eine europaweite Reduzierung der Milchmenge kann den Verfall der Milchpreise stoppen, glaubt Carsten Glüsing-Lüerßen. Für das Mitglied im Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) ist ein aktueller Milchpreis von 19 bis 22 Cent pro Liter „zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.“

Ginge es nach dem BDM, müsste die Milchproduktion der Nachfrage angepasst werden. Wenig Sinn mache die Subventionierung der Milchwirtschaft mit weiteren Millionen Euro aus Steuergeldern. „Diese Steuergelder erschweren uns eine positive Preisgestaltung für Milchprodukte“, heißt es in einem Schreiben des BDM-Teams Wesermarsch. Helfen könne dagegen eine Bedienung „höherpreisiger Märkte“, z.B. in Dänemark und Frankreich.

Überzeugt ist das Team, dass Landvolkverband und Deutscher Bauernverband (DBV) keinen Ausweg aus der Krise wissen. Insbesondere der DBV singe ein Loblied auf den „freien Markt“. Dabei sei es doch der DBV gewesen, der durch Mehrproduktion Martkanteile und Wertschöpfung sichern wollte – und so den deutschen Milchmarkt ins Chaos geführt hat.

Kritik üben die BDM-Mitglieder am Verhalten des Kreislandvolkvorsitzenden Peter Cornelius bei der jüngsten Jahreshauptversammlung des Kreislandvolkverbandes in Rodenkirchen. Dieser habe Fragen von BDM-Mitgliedern u.a. zum Milchpreis nicht zugelassen. Cornelius wies die Kritik am Dienstag zurück: „Angesichts der fortgeschrittenen Zeit habe ich vorgeschlagen, dass wir die Themen beim nächsten Treffen behandeln. Und das werden wir auch.“