ELSFLETH - Elsfleth hätte den Tabellenzweiten besiegen können. Aber aus dem Elsflether Rückraum kam insgesamt zu wenig.
von tobias göttler
ELSFLETH - Rainer Mielke lief kopfschüttelnd über das Parkett der Elsflether Stadthalle, Gabi Rambau saß auf der Reservebank des ETB und warf noch einen Blick auf die statistischen Werte. Eines hatte das Trainergespann der Nordseeliga-Handballerinnen des Elsflether TB dabei gemeinsam: Beiden stand die tiefe Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Der ETB hatte in den 60 Spielminuten zuvor alle Möglichkeiten gehabt, den Tabellenzweiten VfL Horneburg zu bezwingen, scheiterte letzten Endes aber an der hohen Fehlerquote und verlor ein spannendes Duell mit 18:19 (8:7).Gegen die körperlich unterlegenen Gäste erwischten die Elsfletherinnen den besseren Start. Chalhoub per Tempogegenstoß, Zwols über Linksaußen und Blohm vom „Punkt“ brachten den ETB bei einem Gegentreffer der spielstarken Maren Meinke mit 3:1 in Führung. Zwei direkt aufeinander folgende Zeitstrafen (10., 13.) gegen Heinke Mehrtens konnten der VfL durch zwei Treffer von Tina Schliecker zunächst zum 3:3 (14.) nutzen, vier Minuten später sorgte Britta Hagedorn, die im Spielverlauf eigentlich zu selten in Wurfposition gebracht wurde, für die erste Führung des VfL. Elf Minuten blieb der ETB in dieser Phase ohne Treffer. Erst nach einer Auszeit Rainer Mielkes (18.) fanden die Gastgeberinnen zurück ins Spiel und gingen bis zur Pause doch noch mit 8:7 in Führung.
Auffällig beim ETB im ersten Abschnitt: Zwei der acht Treffer fielen durch Siebenmeter, drei durch Tempogegenstöße, zwei über Außen und einer aus einer 1-gegen-Situation heraus. Kein einziges Tor aus dem Rückraum. Der ETB spielte viel zu statisch, kaum Zug zum Tor, keine Dynamik. Anja Bleckmann, zuletzt stets stark, aber durch eine Verletzung (Wurfhand) arg gehandicapt, bekam wie auch Heinke Mehrtens und Carmen Engelmann wenig auf die Reihe.
Die Statistik: 15 Fehlwürfe und neun technische Fehler vor der Pause, 15 Fehlwürfe und neun technische Fehler auch nach der Pause. Bei dieser Quote konnte der ETB in einem zerfahrenen Spiel froh sein, dass der VfL zum „Fehler-Festival“ beitrug und erst in den letzten Minuten etwas konsequenter seine Chancen zum glücklichen Sieg nutzte.
ETB: Philipp; Mehrtens (5/1), Engelmann (3), Bleckmann (3/2), Chalhoub (3), Zwols (2), Blohm (2/1), Maerker, Eggers (n.e.).
VfL: Hans; Schliecker (5), Hagedorn (4), Meinke (3), Wriede (3), Diminidis (2), Richter (1), Mrowinski (1/1), Sobczak, Galla.
Spielstationen: 2:0 (4.), 3:1 (7.), 3:4 (18.), 6:5 (24.), 8:7 (30.), 10:10 (36.), 13:13 (43.), 15:15 (50.), 16:16 (53.), 16:19 (59.), 18:19 (60.).
