ELSFLETH - ELSFLETH - „Es wird in Elsfleth immer von den fünf maritimen Vereinen gesprochen“, granteln die Stammtischherren bei ihrem letzten Treffen des Jahres im Vereinslokal „Zum Leuchtfeuer“, „dass es eigentlich sechs maritime Vereine hier vor Ort gibt, wird meistens übersehen.“ Dabei ist die Kameradschaft der Schiffsingenieure und Seemaschinisten seit ihrer Gründung im Jahr 1989 durchaus in der Lage, dem maritimen Kanon der „maritimsten Stadt Deutschlands“ einige wichtige Strophen hinzuzufügen.

Am 7. März 1989 fand auf Initiative des Elsflethers Günther Sagcob ein Treffen statt, bei dem beschlossen wurde, eine Kameradschaft zu bilden, die, im „von Nautikern beherrschten Elsfleth“, den Technikern des Schiffsbetriebes eine Basis geben sollte. Die Gründungsversammlung mit 16 Gründungsmitgliedern – aktive Seeleute und Senioren – fand daraufhin am 4. April in der „Stadtschänke“ statt. Als ersten Präsidenten wählte die Versammlung Günther Sagcob, der dieses Amt bis 1999 innehatte. Seit dem 30. August 2005 steht Wilfried Mehrens der Kameradschaft als Präsident vor, sein Stellvertreter ist Eberhard Pieper.

Die neu gegründete Kameradschaft entschied sich für monatliche Zusammenkünfte. An diesen Abenden werden Ausflüge, Werksbesichtigungen, Kohlfahrten und andere gemeinschaftliche Unternehmungen besprochen und organisiert. Dabei achteten die Kameraden stets darauf, dass ihre Ausflugsziele immer mit ihrem beruflichen und technischem Umfeld zu tun hatten. So wurden unter anderem eine Motorenfabrik in Kiel, das Mercedes-Werk in Bremen, die Schiffbauversuchsanstalt in Hamburg oder die Magnetschwebebahn „Transrapid“ im Emsland besichtigt. „Und wenn es zu technisch wurde, haben wir für unsere begleitenden Frauen immer ein Damenprogramm organisiert“, sagt Mehrens.

Reine Männersache ist seit 2000 die alljährliche Fahrt zum Rader Heringsfest bei Rendsburg. Und beim ebenfalls alljährlichen Grillfest in Lienen – „bei Kurt hinterm Deich“ – ist die muntere Gruppe ohne weibliche Unterstützung am Grill und Zapfhahn aktiv. Dass dabei stets platt geschnackt wird, versteht sich von selbst.

Neben den gesellschaftlichen Aktivitäten stehen die Chancen und Aussichten sowie die Zukunft der Techniker des Schiffsbetriebes immer im Mittelpunkt der Klönabende. „Wie es in Elsfleth mit der Schiffsmechanikerausbildung weiter geht, werden wir sehr genau beobachten“, betont die Männerrunde, „gegebenenfalls werden wir uns, wenn nötig, lautstark zu Wort melden.“ So laut, dass es auch der letzte Elsflether bemerkt: Hier gibt es in der Tat sechs maritime Vereine.