Elsfleth/Fredenbeck - Die Oberliga-Handballer des Elsflether TB haben am Samstag eine 60-minütige Lehrstunde erhalten. Beim Titelanwärter und Spitzenreiter VfL Fredenbeck verlor die Mannschaft von Trainer Patrick Tulikowski mit 23:49 (10:23). Einziger Lichtblick war das Verhindern des 50. Gegentors. In dieser Kategorie behält der Tabellen-Zwölfte TV Oyten nach seiner 22:52-Niederlage Mitte Februar beim ATSV Habenhausen sein Alleinstellungsmerkmal.
Nur die tollkühnsten ETB-Anhänger hatten wohl einen Erfolg in Fredenbeck ins Kalkül gezogen. Nicht nur die Tabellenkonstellation Erster gegen Letzter sprach Bände – auch das Personal gab wenig Anlass zur Hoffnung. Die beiden zwischenzeitlich reaktivierten Florian Doormann und Ruven Rußler fielen aus, und auch Torhüter Marcel Völkers sowie Fynn Oberegger, Lasse Pape, Renke Gronau und Bastian Rambau mussten passen. Tulikowski konnte gerade einmal zehn Spieler in den Spielberichtsbogen eintragen.
Die Mannschaftsbesprechung in der Kabine kurz vor dem Anpfiff ist für Außenstehende normalerweise tabu. Aber Tulikowski machte kein Geheimnis daraus, was er seinen Jungs in ihrem nahezu aussichtslosen Unterfangen mit auf den Weg gab. „Wir wollen das Beste aus der Situation machen“, sagte er zu seinem Rumpfkader. Keine acht Minuten waren gespielt, da war die Messe aber eigentlich schon gelesen – die Hausherren führten bereits mit 6:1. Anschließend hielten die Elsflether ungefähr eine Viertelstunde lang ganz ordentlich mit. Aber ihnen war deutlich anzumerken, dass sie in dieser Zusammenstellung noch nie zusammengespielt hatten.
„Wir haben versucht, spielerisch dagegen zu halten. Aber im Angriff standen wir permanent unter Druck“, sagte Tulikowski. Die Fredenbecker provozierten beim ETB einen Fehler nach dem anderen. Und Ballgewinne münzten sie reihenweise in Gegenstoßtreffer um. Selbst bei eigenen Treffern durften sich die Elsflether nicht allzu lange freuen, denn die Gastgeber starteten dann sofort die Schnelle Mitte – häufig mit Erfolg.
Der Rest ist schnell erzählt. „Wir waren hoffnungslos unterlegen“, gestand Tulikowski ein. Die Frage nach dem Sieger sei schnell geklärt gewesen. Wenn es überhaupt so etwas wie einen Gewinner auf der Elsflether Seite gab, dann war es der Rückraum-Rechte Niklas Rätzke. Aufgrund der vielen Ausfälle bekam er viel Einsatzzeit und nutzte sie zu vier Treffern. „Er war lange verletzt, hat seine Sache jetzt in Fredenbeck aber richtig gut gemacht“, lobte Tulikowski.
ETB: Wagenaar – Danielzik (6/6), Rätzke (4), Tolck (3), Gericke (3), Klostermann (2), Blohm (2), Wille (1), Martens (1), Schwarting (1).
Spielstationen: 6:1 (8.), 12:2 (14.), 18:8 (22.), 23:10 (30.), 39:16 (47.), 49:23 (60.).
