Elsfleth - Manchmal ist es wie verhext: Die Faustballerinnen des Elsflether TB hatten sich im vergangenen Jahr ein großes Ziel gesetzt. Sie wollten sich für die Deutsche Meisterschaft der U14-Mannschaften qualifizieren. Dazu müssten sie bei den Norddeutschen Meisterschaften an diesem Sonnabend, 27. Februar, 11 Uhr, in der Elsflether Stadthalle mindestens Platz drei belegen. Angesichts der Klasse der Mannschaft wäre dies auch ein realistisches Ziel. Aber Elsfleths Trainer Johann Driefholt hat die eigenen Erwartungen an seine Mannschaft herunterschrauben müssen. Der Anspruch ist zwar immer noch groß (Driefholt: „Wir hoffen, ins Halbfinale einziehen zu können.“) Aber zwei schwere Verletzungen haben die Vorbereitung seiner Mannschaft nachhaltig beeinträchtigt.

Schlagfrau und Spielführerin Melina Hölting war wegen eines angebrochenen Handgelenks lange ausgefallen. Die Elsflether Hauptangreiferin hat in dieser Woche erstmals wieder trainiert. Ähnliches Pech hatte Verteidigerin Lea Schulz. Sie hatte wegen eines Außenbandrisses sechs Wochen aussetzen müssen. Auch sie hat erst in dieser Woche das Training wieder aufnehmen können. „Das sind schon heftige Ausfälle gewesen“, meint Driefholt. Wohl wahr: Lea und Melanie sind schließlich Auswahlspielerinnen. „Beide sind auf dem Sprung in die Nationalmannschaft“, sagt Driefholt.

Zwar wird er beide Spielerinnen am Wochenende einsetzen können. Aber dass sie ihr wahres Leistungsvermögen abrufen können, erwartet niemand. Außerdem will der Trainer nichts überstürzen: Die Gesundheit der Spielerinnen geht bei allem Ehrgeiz vor. „Man kann nicht immer nur Erfolge feiern, man muss auch lernen, mit solchen Situationen umgehen zu können“, sagt Driefholt

Auch der Trainer selbst hat aus gesundheitlichen Gründen wochenlang pausieren müssen. Er ist ebenfalls erst in dieser Woche wieder zum Team gestoßen. Michelle Arendt habe ihn jedoch während seiner Ausfallzeit hervorragend vertreten, sagt er.

Dennoch: Favorit der norddeutschen Titelkämpfe an diesem Sonnabend sei der TV Jahn Schneverdingen – Elsfleths Erzrivale. „In den vergangenen Jahren haben wir meist die entscheidenden Spiele gewonnen“, sagt Driefholt. „In diesem Jahr wird es wohl ein wenig anders sein.“

Ebenfalls auf der Rechnung hat er Bayer Leverkusen. „Das ist eine unbekannte Größe.“ Die drei Mannschaften aus dem Landkreis Oldenburg – der Wardenburger TV, der Ahlhorner SV und der TV Brettorf – sieht er auf Augenhöhe mit seiner Mannschaft. Aber nur an diesem Wochenende. „Die Nummer eins im Raum Weser-Ems sind eigentlich wir“, sagt Driefholt. Wenn da nicht diese vermaledeiten Verletzungen gewesen wären.

Aber wer weiß, was am Sonnabend passiert – ein guter Teamgeist kann schließlich Berge versetzen. Vor allem dann, wenn man in eigener Halle antritt.

Wolfgang Grave
Wolfgang Grave Redaktion Nordenham (Lokalsport)