EMSTEK - Das gibt es doch gar nicht: Innerhalb von einer Woche haben die Bezirksliga-Fußballer des SV Höltinghausen zweimal in der Schlussphase durch Gegentreffer Punkte abgegeben. Am Sonnabend kam der SVH im Derby beim SV Emstek nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Vor einer Woche traf Friesoythes Olaf Bock mit dem 4:3 die Höltinghauser mit seinem Gegentor ins Mark, nun zurrte Emsteks Joker Johannes Lampe mit seinem Last-Minute-Tor das Unentschieden fest.
Beim Einlauf der beiden Mannschaften platzte die Tribüne aus allen Nähten. Das lag auch an der großen Zahl Höltinghauser Anhänger, die mit einer Trommel, Sirene und zwei Bannern bewaffnet, ordentlich Stimmung machten. Allerdings überspannten sie den Bogen, als sie Knallkörper zündeten, oder Emsteks Trainer Torsten Meyer mit Schmähgesängen triezten.
Die Geschehnisse auf der Tribüne waren zeitweise interessanter als die Aktionen auf dem Feld, da die erste Halbzeit eher langweilig war. In der Anfangsphase hätten die Gäste in Führung gehen müssen. Doch Julian Blanke brachte gleich zweimal (12., 13.) in guter Schussposition den Ball nicht unter Kontrolle. Emsteks größte Chance hatte Dennis Vaske, der in der 35. Minute einen Schuss aus der Drehung neben das Tor setzte. Das Spannendste am ersten Durchgang war eher die zwischenzeitliche Bekanntgabe der Bundesliga-Ergebnisse.
Nach dem Seitenwechsel passierte lange Zeit gar nichts. Zwar wurde die Partie mit hoher Intensität geführt, doch beide Mannschaften konnten in ihrem Offensivspiel kaum Akzente setzen. In der 64. Minute scheiterte Christoph Holzenkamp mit einem Schuss aus dem Strafraumgewühl heraus an Emsteks Torhüter Björn Klausing. Drei Minuten später vergab Christoph Cebulla die große Chance zur Führung, als er völlig überhastet abschloss.
Dann folgte der große Auftritt des Höltinghausers Sebastian Dinklage: In der 70. Minute knallte er einen Schuss aus knapp 25 Metern ansatzlos in den Winkel des Emstekers Gehäuses. SVE-Fänger Klausing staunte nicht schlecht. „Der Schuss passte genau. Da wäre ich nie herangekommen“, sagte er nach Spielende.
In der Folgezeit versuchten die Emsteker noch einmal alles. In der 81. Minute hatte Sebastian Sander den Ausgleich auf dem Fuß. Doch sein Schuss – nach einem verunglückten Kopfball von Vaske – ging in die Wolken. Gegen Ende der Partie rührte Höltinghausens Trainer Leo Wieborg Beton an. Zuerst nahm er Rene Tromp (74.) und danach mit Cebulla einen weiteren Offensivakteur heraus (90.). Dafür brachte er mit Marc Laing beziehungsweise Thomas Schewe zwei Defensivakteure. Die Wechsel brachten aber nicht den erwünschten Erfolg. Das Ende ist bekannt: In der dritten Minute der Nachspielzeit sorgte Lampe mit seinem trockenen Schuss für den 1:1-Endstand.
Höltinghausens Co-Trainer Ralf Böhmer war bedient: „Das Gegentor müssen wir uns selbst zuschreiben. Eigentlich hätten wir einen Sieg verdient gehabt.“ Emsteks Trainer Torsten Meyer war mit dem Unentschieden zufrieden. „In der Partie gab es wenige Torchancen. Dennoch geht das Remis in Ordnung. Schließlich hat meine Mannschaft nichts unversucht gelassen“, sagte Meyer.
Tore: 0:1 Dinklage (70.), 1:1 Johannes Lampe (90.+3).
SVE: Klausing - Seidel, Michael Niemann, Stefan Niemann, Pleye, Dirk Middendorf (76. Daniel Middendorf), Sascha Middendorf, Ruholt, Hein Lampe (67. Johannes Lampe), Vaske, Sander.
SVH: Bohmann - Sieverding, Robke, Hüsing, Dinklage, Albers, Johannes, Holzenkamp, Tromp (74. Laing), Blanke, Cebulla (90. Schewe).
Schiedsrichter: Theodor Potiyenko (Hude).
