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NWZonline.de Sport

Löw verzichtet auf Leno, Tah, Petersen und Sané

05.06.2018

Eppan Joachim Löw bewahrte sich die große Überraschung für den Schluss auf. Den Traum von Bernd Leno, Jonathan Tah und Nils Petersen hatte er da bereits platzen lassen, das war noch nicht sonderlich brisant. Dann aber: Auch Leroy Sané darf nicht mit zur WM! Der Bundestrainer strich den Offensivspieler von Manchester City am Montag ebenfalls aus seinem nun endgültigen Kader für die Mission Titelverteidigung in Russland (14. Juni bis 15. Juli).

Als Löw den Namen des Jungstars ausgesprochen hatte, atmete er durch und nippte sichtlich angespannt an seinem Espresso. „Es gibt sicherlich deutlich schönere Tage im Leben eines Bundestrainers, wenn man vier so tolle Spieler nach Hause schicken muss“, sagte er. „Die Enttäuschung bei den Betroffenen war sehr, sehr groß. Die Entscheidung war wahnsinnig knapp.“ Bei einem 100-m-Lauf „hätte man ein Zielfoto gebraucht“. Das nun noch 23-köpfige Aufgebot wird angeführt von Kapitän Manuel Neuer, der die Kürzung nach seinem guten Comeback im Test gegen Österreich (1:2) wie erwartet überstand und als Nummer eins zur WM fährt.

Video von der Pressekonferenz

Neben Neuer vertraut Löw in Russland noch acht weiteren Weltmeistern von 2014, der Meister FC Bayern stellt mit sieben Spielern das größte Kontingent. Dass Löw auf Petersen verzichtet, ist zumindest erstaunlich. Der Bundestrainer hatte den Freiburger, der im vorläufigen Kader den Vorzug vor dem inzwischen unter lautem Wehklagen zurückgetretenen Sandro Wagner (Bayern München) erhalten hatte, zuletzt sehr gelobt. Doch der Stürmer gab gegen Österreich ein schwaches Debüt - auch Sané erwischte einen ganz schwachen Tag.

Das Aus für Jonathan Tah, der 2016 noch dem EM-Kader angehört hatte, war hingegen erwartet worden. Löw hatte den Leverkusener als Backup für den angeschlagenen Jerome Boateng in den vorläufigen Kader genommen, der Abwehrchef aber steht nach seiner Muskelverletzung bereit. Anstelle von Leno (Bayer Leverkusen) fährt Kevin Trapp als dritter Torhüter mit, obwohl der ehemalige Frankfurter bei Paris St. Germain als Nummer zwei in der abgelaufenen Saison nur zu 13 Pflichtspielen gekommen war. Sollte sich vor dem WM-Auftakt der deutschen Mannschaft am 17. Juni (17.00 Uhr/ZDF) in Moskau gegen Mexiko noch ein Spieler verletzen, kann Löw bis 24 Stunden vor dem Anpfiff einen Ersatz berufen. Danach ist keine Veränderung des Kaders mehr möglich.

Diese 23 Spieler sind bei der WM in Russland dabei

Torhüter: Manuel Neuer (Bayern München/74 Länderspiele), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona/19), Kevin Trapp (Paris Saint-Germain /3)
Abwehr: Jérôme Boateng (Bayern München/70), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach/3), Jonas Hector (1. FC Köln/36), Mats Hummels (Bayern München/63), Joshua Kimmich (Bayern München/27), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC/6), Antonio Rüdiger (FC Chelsea/23), Niklas Süle (Bayern München/9)
Mittelfeld: Julian Brandt (Bayer Leverkusen/14), Julian Draxler (Paris Saint-Germain/42), Leon Goretzka (FC Schalke 04/14), Ilkay Gündogan (Manchester City/24), Sami Khedira (Juventus Turin/73), Toni Kroos (Real Madrid/82), Thomas Müller (Bayern München/90), Mesut Özil (FC Arsenal/89), Marco Reus (Borussia Dortmund/29), Sebastian Rudy (Bayern München/24)
Angriff: Mario Gomez (VfB Stuttgart/73), Timo Werner (RB Leipzig/12)

Für Joachim Löw ist das Streichen von Spielern aus dem endgültigen Turnieraufgebot nichts Neues. Seit der Beförderung zum Bundestrainer 2006 hat er vor jedem Turnier einen Kader mit mehr als 23 Fußballern nominiert. Meist traf es – wie vermutlich auch diesmal – die ins Trainingscamp mitgenommenen Talente. Echte A-Promis sortierte er noch nicht aus. Sie schieden höchstens durch Verletzungen aus, wie Kapitän Michael Ballack vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

2008 (EM in Österreich/Schweiz): Für die Vorbereitung auf sein erstes Turnier als Cheftrainer nominiert Löw 26 Spieler. Nach dem 2:2 im Testspiel gegen Weißrussland streicht er auf Mallorca den Schalker Jermaine Jones, den Kölner Patrick Helmes und den Gladbacher „Zauberlehrling“ Marko Marin. „Es war nur ein Sandkorn, das die Waage auf diese Seite ausschlagen ließ“, sagt Löw. Das Casting habe sich aber bewährt. „Wir würden es wieder tun, 26 Spieler mitzunehmen.“

2010 (WM in Südafrika): Vor seiner ersten WM beruft Löw sogar 27 Akteure. Im Trainingscamp in Südtirol muss er am Ende aber nur den Hoffenheimer Außenverteidiger Andreas Beck streichen. Grund ist Verletzungspech: Kapitän Ballack, Christian Träsch und Heiko Westermann fallen für das Turnier in Südafrika aus. „Er ist tief enttäuscht“, sagt Löw über Beck, den einzigen echten Verlierer.

2012 (EM in Polen und Ukraine): Wieder beruft Löw 27 Akteure für die Turniervorbereitung. Das Streichquartett bilden in Südfrankreich Routinier Cacau sowie die Talente Marc-André ter Stegen, Julian Draxler und Sven Bender. Der damals 20-jährige Torwart ter Stegen spricht von „einer interessanten Erfahrung“. Er hat immerhin zuvor sein Länderspieldebüt erlebt - beim 3:5 im Test gegen die Schweiz.

2014 (WM in Brasilien): 30 Spieler nominiert Löw anfangs. Nach dem 0:0 im Test gegen Polen dürfen 27 mit ins Trainingslager: Die Schalker Max Meyer und Leon Goretzka sowie der lange verletzte Hamburger Marcell Jansen fallen raus, zudem ersetzt der Gladbacher Christoph Kramer den Augsburger André Hahn. Der Leverkusener Lars Bender verletzt sich beim Training in Südtirol. Marcel Schmelzer sowie die Neulinge Kevin Volland und Shkodran Mustafi streicht Löw. Mustafi wird trotzdem noch Weltmeister. Den Verteidiger nominiert Löw für Marco Reus nach. Der Dortmunder verletzte sich einen Tag vor der Abreise nach Brasilien im letzten Testspiel gegen Armenien schwer.

2016 (EM in Frankreich): Für den verletzten Reus platzt wieder ein Turniertraum. Auch Sebastian Rudy, Julian Brandt und Karim Bellarabi schaffen es nicht in den finalen Kader. Der Härtefall ist aber Reus, dem Löw die „bittere Entscheidung“ auch noch an dessen 27. Geburtstag im Trainingscamp in der Schweiz mitteilen muss. „Er kann nur geradeaus laufen“, äußert Löw über den Zustand von Reus. Bei den angeschlagenen Stammkräften Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels geht Löw dagegen ins Risiko. Das Duo nimmt er mit nach Frankreich.

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