Cloppenburg/Stade - Gut verkauft und einige neue Erkenntnisse gewonnen – trotz der 22:29 (9:13)-Niederlage beim VfL Stade konnten die Handballerinnen des Oberligisten TV Cloppenburg durchaus zufrieden die Heimreise antreten. Denn diese Niederlage beim klaren Titelanwärter, der den Aufstieg in die Dritte Liga auch als Ziel deutlich ausgegeben hat, überrascht nicht, macht aber auch nicht mutlos.

TVC-Trainer Theo Niehaus musste kurzfristig auf Eugenia Maier (privat verhindert) und auf Lena Büssing (Grippe) verzichten und ein wenig umbauen, so dass Lea Hillmer auf der ungewohnten Rechtsaußenposition agierte, diese Aufgabe aber mit viel Elan glänzend löste und fünf Feldtore erzielte. Insgesamt war Niehaus mit dem Auftritt seiner Schützlinge zufrieden, erkannte jedoch an, dass gegen dieses Schwergewicht der Liga (Niehaus: „Nicht unsere Kragenweite“) nur bei optimalen Bedingungen etwas auszurichten gewesen wäre.

Katja Kröger im Tor des TVC bot vor den Augen ihrer Kollegin Marina Laeseke, die auf Krücken (MRT-Untersuchung folgt Ende September) dennoch die Mannschaft begleitete, eine exzellente Vorstellung, die, so Niehaus, für diese Liga Seltenheitswert gehabt hat. Unter anderem wehrte Kröger drei Siebenmeter ab. Auf der Gegenseite scheiterte Wiebke Neelen bei ihrem zweiten Versuch, so dass danach Lea Hillmer zweimal antrat und beide Siebenmeter vollstreckte. Tatjana Hofmann bekam nach ihrer krankheitsbedingten Pause genügend Spielanteile, traf zweimal und findet allmählich zu ihrer Form.

Nach ausgeglichenem Auftakt (3:3, 5.) setzte sich der Favorit über 6:3 (9.) auf 10:6 (19.) ab. Aber bis zur Pause blieb es bei diesem Abstand, denn der TVC ließ sich nie entmutigen. Nach dem 9:13 verkürzte Hillmer kurz nach Wiederbeginn auf 10:13, aber nach dem 12:15 (35.) vergaben die Gäste zwei Möglichkeiten, um näher heranzurücken.

„Wer weiß, ob bei einem 14:15 Stade nervös geworden wäre“, sagte Niehaus. Doch so setzte sich der Gastgeber über 19:13 (43.) bis auf 24:15 (49.) ab, wobei bei dem TVC, der die Niederlage mit 22:29 in Grenzen hielt, im Angriff angesichts des hohen Drucks durch den Gegner Fehler unterliefen, die mit Kontertreffern bestraft wurden. „Hier müssen wir eben sorgfältiger arbeiten“, sagt Niehaus, der schon an die kommende Aufgabe denkt, wenn am Sonnabend (17.30 Uhr) der FC Schüttorf erwartet wird. Den Neuling hat Niehaus am Sonntag im Spiel gegen Hude/Falkenberg beobachtet.