ESSEN - Sie kamen durch die Bäume und das hüfthohe Gras der Lichtung. Das Szenario erinnerte an Ritterfilme. Seit dem 12. Mai ist eine Pferdestafette von Norrköping durch Schweden und Dänemark auf dem Weg in die Niederlande, wo in diesem Jahr die Islandpferdeweltmeisterschaft ausgetragen wird. Dabei geht es auch quer durch Norddeutschland. Am Sonnabend machten die Reiter in Essen-Herbergen Halt, nachdem sie am Morgen in Vechta gestartet waren.
„Mit rund 46 Kilometern ist dies die bisher längste Etappe und wird es auch wohl bleiben“, meinte Thomas Bareiss, der die letzten zwei Etappen organisiert hat, bei der elf Reiterinnen und Reiter dabei waren. Die älteste Teilnehmerin ist knapp über 60 Jahre, die jüngste 24 Jahre alt. Auffällig ist eine große Beteligung aus Bayern. Otto Wolfstädtler und Susanne Linsenmeyer machen in diesem Jahr die zweite Stafette und Regina Schiller bereits die dritte Stafette mit. Sie haben dafür ihren Jahresurlaub geopfert. „Es ist ein fantastisches Erlebnis. Die Verbundenheit mit Tier und Natur ist eine Erholung vom Arbeitsalltag. Da dieses Unternehmen nicht gesponsert wird, schlafen wir im Auto. Sonst wären die Kosten zu hoch. Wir sind zwischenzeitlich eine grosse Familie geworden.“ Auf der letzten Strecke der Etappe sind Barbara Schulz-Herbertz und ihre Tochter Mirjam Herbertz-Ibrahim mit dabei. Auf dem Anwesen der Familie Herbertz genossen die Teilnehmer Gastfreundschaft, bevor es an diesem
Montag weitergeht. Ein Stopp wird noch in Löningen-Schelmkappe eingelegt.
Mit der Stafette bekunden die Freizeitreiter ihre Verbundenheit und den grossen Respekt vor den Leistungen im Islandpferdesport. Seit 1999 wird die Stafette von einem Standort der WM zum anderen gebracht. Die Reiter mit der längsten gerittenen Strecke werden bei der Eröffungsfeier der WM besonders geehrt. Insgesamt haben sich dann rund 500 Reiter an dieser länderübergreifenden Aktion beteiligt. In Oirschoit wird die Stafette während der Eröffnungsfeier am 9. August, ähnlich wie das olympische Feuer, an die Niederlande überreicht. Insgesamt über 550 Kilometer wurde sie dann durch Deutschland getragen. „Ein beeindruckendes Symbol für die internationale Freundschaft unter den Islandpferdereitern“, hieß es.
