ESSEN - Dreimal in der Woche schnürt Bernd Winkler seine Sportschuhe, geht hinter sein Haus in Essen (Oldenburg) und läuft los. Der 62-Jährige joggt dann am Fluss Hase entlang. Das Plätschern des Wassers ist zu hören, Vögel zwitschern. Kein Mensch weit und breit, doch trotzdem ist Bernd Winkler nicht allein. Ein unerbittlicher Gegner ist ihm stets auf den Fersen: der Knochenmarkkrebs.
2003 bekam der damalige Schulleiter der Haupt- und Realschule Essen die niederschmetternde Diagnose: Plasmozytom, besser bekannt als Knochenmarkkrebs. Drei bis fünf Jahre habe er noch zu leben, sagte sein Arzt damals. Heute, acht Jahre später, lebt Bernd Winkler immer noch. Über seinen Kampf gegen den Krebs hat er nun ein bewegendes Buch geschrieben, das in dem Verlag novum eco erschienen ist: Ich laufe dem Krebs davon.
Als ihn im Krankenhaus Depressionen plagten, griff Winkler auf Anraten der Psychologin zum Stift. Alle Probleme zu Papier zu bringen, sollte mir helfen. Anfangs glaubte ich nicht daran, doch es war tatsächlich so. Er wolle mit seinem Buch anderen Krebskranken Mut machen: Man muss kämpfen. Nur dann hat man eine Chance.
Den Kampf mit der schweren Krankheit aufnehmen konnte Bernd Winkler dank des Sports. Nur weil ich so fit war, ertrug mein Körper die großen Belastungen.
Früher hatte Winkler an Halbmarathons teilgenommen. Sobald sein durch den Krebs und die Chemotherapien geschwächter Körper es zuließ, ging er wieder laufen. Erst einen Kilometer, mittlerweile vier. Bald sollen es sogar fünf Kilometer sein. Ich fühle mich relativ gut, nehme ein Medikament, das die Tumorzellen weniger werden lässt, berichtet Bernd Winkler.
Die schwere Krankheit ist dabei weiterhin sein ständiger Begleiter, doch damit hat sich der ehemalige Lehrer arrangiert: Ich laufe dem Krebs davon, solange bis er eines Tages vielleicht aufgibt.
