Varel - Nach dem Überraschungscoup im Vorjahr tritt Esther Henseleit bei den deutschen Meisterschaften der Golfjugend von diesem Freitag bis Sonntag in der Altersklasse bis 14 Jahre diesmal als Titelverteidigerin und Favoritin an. Vor zwölf Monaten hatte die inzwischen 14-jährige Varelerin bei den Titelkämpfen in Castrop-Rauxel große Nervenstärke bewiesen, da die Entscheidung im Duell mit der damals schlaggleichen Luka Kienbaum (Berlin) erst im Stechen über drei Extralöcher zugunsten der Friesländerin gefallen war.
Rolle der Gejagten
Bei den nationalen Meisterschaften der 100 besten Golferinnen Deutschlands, die sich an diesem Wochenende in drei Altersklassen (14, 16, 18) auf der Anlage des GC Hannover messen, muss sich Esther Henseleit in ihrer AK 14 mit 34 Konkurrentinnen messen. Da die amtierende Deutsche Jugendmeisterin mit inzwischen 0,0 das beste Handicap aller Teilnehmerinnen aufweist, muss sie diesmal mit der Rolle der Gejagten vorlieb nehmen. Eine Prognose zum Ausgang fällt schwer, da sich einige „neue“ junge Mädchen erstmals für die Jugend-DM qualifiziert haben. Ihnen ist auf dem kniffeligen Platz in Hannover – wie der Varelerin vor zwei Jahren, als die bis dahin unbekannte Golferin praktisch aus dem Nichts Vierte bei der Jugend-DM wurde – durchaus eine Überraschung zuzutrauen.
„Ich möchte meinen Titel gerne verteidigen“, fühlt sich Esther Henseleit, die inzwischen erfolgreich für den Hamburger Golfclub in der ersten Frauen-Bundesliga spielt und nur noch ab und an im Golfclub am Meer in Bad Zwischenahn trainiert, für die Jugend-DM in Hannover gerüstet. Zumal sie blendend in die aktuelle Golfsaison gestartet ist. So war sie als mit Abstand jüngste Spielerin ihres neuen Teams in der Bundesliga an allen fünf Spieltagen aufgestellt und trug jeweils mit guten Ergebnissen zum Klassenerhalt des Hamburger GC bei.
Als Ranglistenerste und Jugendmeisterin der AK 18 in Hamburg wurde die Varelerin vom Nationaltrainer zudem für die „Evian Junior Masters“ in Frankreich nominiert. „Eine große Ehre, darüber habe ich mich riesig gefreut“, sagt Esther Henseleit, die bei diesem großen Turnier im Teamwettbewerb der AK 14 die deutschen Farben vertritt. Nominiert wurden für diesen europäischen Vergleich jeweils die beiden besten deutschen Mädchen und Jungen dieser Altersklasse.
Handicap verbessert
Zuletzt verbesserte sie ihr Handicap von -0,6 auf aktuelle 0,0 beim ersten Turnier der vier Wettkämpfe umfassenden und hochkarätig besetzten „Junior World Golf Series“, bei dem sie sich gewissermaßen als Küken gegen zum Teil deutlich ältere Konkurrenz behauptete, auf dem geteilten siebten Platz landete und damit beste Deutsche war.
Bereits seit Mittwoch weilt Esther Henseleit schon in Hannover, um sich gemeinsam mit ihrem Hamburger Trainer Mark Matthies mit der Anlage vertraut zu machen. „Der Platz hat es in sich, ist nicht lang und technisch anspruchsvoll, da muss man technisch sauber spielen“, weiß Iris Henseleit, die ihrer Tochter am Wochenende vor Ort kräftig die Daumen drücken wird.
