Neerstedt/Elsfleth - Ein Spiel zu verlieren, ist noch zu verkraften. Einen wichtigen Rückraumschützen auf Dauer zu verlieren, erheblich schlimmer. Für die Oberliga-Handballer des Elsflether TB lief am Sonnabend im Auswärtsspiel beim TV Neerstedt einiges schief. Sie unterlagen dem TVN trotz eines Blitzstarts mit 23:28 (11:15), und Ruven Rußler kugelte sich jetzt schon zum dritten Mal die Schulter aus.
Frühe Auszeit
Von all dem Leid ahnte kurz nach Spielbeginn noch niemand. Als Chris Danielzik nach genau vier Minuten das 5:0 für den ETB erzielte, sah sich Neerstedts Trainer Jörg Rademacher früh gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Der Coach, der im Sommer zum Liga-Rivalen HSG Delmenhorst wechseln wird, stellte seine Abwehr neu ein und ließ nun deutlich offensiver decken. „Nach der Auszeit waren wir vorne zu ideenlos. Wir haben nicht mehr so richtig ins Spiel zurückgefunden“, sagte Kreisläufer Danielzik.
So dauerte es nicht lange, bis die Hausherren den Rückstand nicht nur egalisiert, sondern sich sogar eine Drei-Tore-Führung herausgeworfen hatten. „Neerstedt hat toll gekämpft. Und wir haben nicht so dagegengehalten, wie man es normalerweise von uns gewohnt ist“, sagte Danielzik.
Die Hausherren hielten ihren Vorsprung bis in die zweite Halbzeit hinein (19:15, 36.). Nun kamen Freude und Trübseligkeit beim ETB zusammen. Einerseits erzielte er vier Treffer nacheinander zum 19:19, wozu der eingewechselte Jannes van Dreumel mit guten Aktionen beitrug.
Normale Abwehraktion
Andererseits mussten die Elsflether inmitten ihrer Aufholjagd ansehen, wie sich Ruven Rußler erneut die Schulter auskugelte. „Das war eine ganz normale Abwehraktion eines Neerstedters. Deshalb überhaupt kein Vorwurf an den Gegner – einfach Riesenpech“, sagte Danielzik.
Nach dem 19:19 verfielen die Gäste wieder in ihren alten Trott, und sie leisteten sich zu viele einfache Fehler. In der Schlussviertelstunde warfen sie nur noch vier Tore. Zu wenig, um die Hausherren aufzuhalten. „Die Neerstedter haben verdient gewonnen, weil sie einfach mehr Kampfgeist als wir gezeigt haben“, meinte Danielzik.
ETB: Völkers, K. Danielzik – C. Danielzik (9/1), B. Rußler (4), Oberegger (3), R. Rußler (3), Santen (2), Bolte (1), van Dreumel (1), Mohr, Pape, Zindler, Wille.
Spielstationen: 0:5 (5.), 5:8 (10.), 11:8 (20.), 15:11 (30.), 19:15 (36.), 19:19 (45.), 22:21 (49.), 25:23 (51.), 28:23 (60.).
