Habenhausen/Elsfleth - Das war schmerzhaft – im wörtlichen und im übertragenen Sinn. Die 19:36 (10:18)-Auswärtsniederlage beim Spitzenreiter ATSV Habenhausen haben die Oberliga-Handballer des Elsflether TB am Sonnabend noch halbwegs einkalkuliert. Viel schwerer wiegen die Verletzungen, die den Kader von Trainer Ulrich Adami weiter ausdünnen.

Mit Ruven Rußler und Tizian von Lien (beide Schulterverletzungen) kann der Coach schon lange nicht mehr planen. In der Habenhauser Hinni-Schwenker-Halle fehlten zudem Philipp Bolte, Jannes van Dreumel und Justus Pille. Acht Feldspieler blieben über.

Doch ab der 38. Minute dramatisierte sich die prekäre Personallage noch um ein Vielfaches mehr. Auslöser war ein langer Pass aus der ATSV-Deckung heraus. Beim Versuch, den Gegenstoß zu unterbinden, rasselten Robert Mohr und Bela Rußler heftig ineinander. „Das war einfach riesiges Pech. Sie haben sich gegenseitig nicht gesehen“, sagte Adami. Robert Mohr erlitt einen Nasenbeinbruch und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bela Rußler wurde benommen ausgewechselt. Da waren es nur noch sechs Feldspieler.

Zehn Minuten später erwischte es Malte Janßen. Er verletzte sich an der Schulter und musste ebenfalls raus. Immerhin hatte sich Bela Rußler wieder einigermaßen berappelt und konnte das Feld wieder betreten. Zu allem Überfluss knickte Chris Danielzik noch um – er beendete die Partie humpelnd.

Zum Zeitpunkt der Verletzungen hatte der ETB das Spiel schon längst verloren. Dabei begann er gut. „Wir haben Habenhausens 6:0-Deckung gut ins Laufen gebracht“, sagte Adami. Über Kreuzungen und gutem Kreisläuferspiel kamen die Elsflether immer wieder zu guten Wurfmöglichkeiten und blieben bis zum 9:11 (18.) dran.

„Dann aber haben wir unsere Abschlüsse immer schlechter vorbereitet“, sagte Adami. Die Hausherren eroberten viele Bälle und bestraften die Fehler mit konsequentem Gegenstoßspiel. Zur Pause lag der Außenseiter schon aussichtslos hinten.

Der zweite Abschnitt war geprägt von den Verletzungen. „Aber selbst mit einer vollen Mannschaft hätten wir gegen diese starken Habenhauser verloren“, erkennt Adami die Niederlage neidlos an. Er lobte aber nicht nur die spielerische Übermacht der Gastgeber, sondern auch deren Verhalten bei den Verletzungen. „Habenhausens Physiotherapeutin hat uns bei der Erstversorgung toll unterstützt. Außerdem haben die Habenhauser uns sofort das passende Bremer Krankenhaus empfohlen, wo die Nasenverletzung von Robert Mohr am besten behandelt werden kann“, sagte Adami.

ETB: Völkers, K. Danielzik – Zindler (5), Pape (3), C. Danielzik (3), B. Rußler (3/1), Santen (2), Mohr (2), Oberegger (1), Janßen.

Spielstationen: 0:1 (2.), 5:1 (8.), 8:5 (14.), 11:9 (18.), 18:10 (30.), 25:11 (42.), 31:15 (53.), 36:19 (60.).