Ganderkesee - Die intensive Vorbereitung sowie die lange Reise nach Schweden haben sich wahrlich gelohnt: Mit einer Silber- und einer Bronzemedaille kehrte Tabea-Marie Meiners von den Europameisterschaften der ländlichen Vielseitigkeitsreiter („FEI European Cup“) aus Segersjö zurück. Damit feierte die 25-Jährige vom RV Ganderkesee den bislang größten Erfolg ihrer Reitsportkarriere.
Nominierung sorgt für Freudensprung
Erst vor wenigen Wochen hatte Meiners, die mittlerweile mit ihrem Freund zusammen in Lastrup wohnt, von der Nominierung für die EM erfahren. „Ich hatte schon gehofft, dabei zu sein. Als dann die E-Mail mit der Bestätigung kam, hat das für den ersten Freudensprung gesorgt“, erzählt die Ganderkeseerin, die mit ihren Leistungen im ersten Halbjahr die deutschen Mannschaftsführer Roger Böckmann und Roland Harting überzeugen konnte. Entscheidenden Anteil daran hatte aber natürlich auch ihr Pferd, der selbstgezogene und ausgebildete 16-jährige Oldenburger Luc M.
Der Unterschied zwischen dem „FEI European Cup“ sowie den „großen“ Europameisterschaften der Vielseitigkeitsreiter (unter anderem mit Meiners’ Vereinskollegin Sandra Auffarth) liegt darin, dass die Teilnehmer in den zurückliegenden zwei Jahren nicht an einem Nationenpreis teilgenommen und keine Prüfung CCI4*-L beendet haben sowie nicht Mitglied im Championatskader sind. „Kurzum: Es ist eine Europameisterschaft für die Amateure“, erklärt Meiners. Der Aufwand dafür sei aber mindestens genauso groß. Bereits am 17. August machte sich die deutsche Delegation mit insgesamt acht Reiterpaaren (davon zwei Ersatz) auf den Weg zum mehrtägigen Vorbereitungslehrgang nach Tasdorf (Schleswig-Holstein). Ein Schwerpunkt lag auf der zu sechst gerittenen Mannschaftsdressur.
Nach Dressur sogar auf Goldkurs
Anschließend ging es weiter nach Schweden. Die EM begann für Deutschland optimal, denn nach der Dressur lag das Team auf Goldkurs. „Da hat wirklich alles perfekt funktioniert“, freut sich die Ganderkeseerin über den gelungenen Start bei ihrer EM-Premiere. Im Gelände wurde den Reitern und Pferden dann wettertechnisch einiges abverlangt, denn zu Beginn regnete es in Strömen. Tabea-Marie Meiners ließ sich davon aber ebenso wenig beeindrucken wie ihr Pferd: Mit Luc M galoppierte sie ohne Hindernisfehler durch das anspruchsvolle Gelände und war mit 11,6 Zeitstrafpunkten immer noch die schnellste Deutsche. Derweil lief es bei einigen Mannschaftskollegen nicht so optimal, so dass Deutschland hinter Belgien auf Rang zwei zurückfiel. „Es waren wirklich schwierige Bedingungen“, berichtet die 25-Jährige: „Da ist es normal, dass Fehler passieren.“
Nullrunde im Springen
Im abschließenden Springen zeigte sie mit einer weiteren Nullrunde die nächste Topleistung und beendete die EM mit 44,5 Minuspunkten. Damit lag sie in der Einzelwertung nur hauchdünn hinter dem neuen Europameister Robbe Verelst aus Belgien (43,8). Dem verpassten Einzel-Gold weinte sie aber nicht hinterher – im Gegenteil: „Mit Silber hätte ich im Vorfeld nie gerechnet“, sagt Meiners, die zwischenzeitlich gar nicht auf die Ergebnisse geschaut hatte. „Vor dem Springen wusste ich natürlich schon, was möglich war. Ich denke, wir haben das Optimale rausgeholt.“ Dass es mit der Mannschaft (276,41 Minuspunkte) am Ende „nur“ noch zur Bronzemedaille hinter Belgien (274,74) und den Niederlanden (274,71) reichen sollte, wertete sie nicht als Enttäuschung. „Wir sind nicht unzufrieden, auch wenn es besser hätte laufen können. Alle haben sich gegenseitig unterstützt, jeder hat sein Bestes gegeben. Das ist eine tolle Truppe!“
