Oldenburg - Vor wenigen Tagen haben Trainer Pedro Calles und die Spieler der EWE Baskets Oldenburg mit der Vorbereitung auf die neue Saison in der Basketball-Bundesliga begonnen. Ein Trainingslager in Serbien und mehrere Testspiele stehen an, ehe das Team am Freitag, 29. September (18.30 Uhr), bei den Löwen Braunschweig das erste Punktspiel bestreitet. Aufsteiger Rasta Vechta ist einen Tag eher dran, die Mannschaft von Trainer Ty Harrelson kämpft am Donnerstag, 28. September (18.30 Uhr, Rasta-Dome), gegen die Baskets Bamberg erstmals wieder um Bundesliga-Punkte. Das ändert sich in der neuen Spielzeit:
Playoff-Qualifikation
In den Play-In-Spielen werden die letzten beiden Playoff-Starter ermittelt. Das geschieht laut Jens Staudenmayer, Sportliche Leitung der BBL, wie folgt: Der Siebtplatzierte trifft in einem einzelnen Heimspiel auf den Achtplatzierten. Der Sieger dieser Partie ist für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert und trifft darin auf den Hauptrunden-Zweiten. Außerdem spielen der Neunt- und der Zehntplatzierte in einer Partie gegeneinander. Heimrecht hat der Neuntplatzierte. Der Sieger dieses Spiels trifft auf den Verlierer der bereits vorher ausgetragenen Paarung Siebter gegen Achter. Heimrecht hat jener Verlierer. Der Gewinner dieses Spiels qualifiziert sich für das Playoff-Viertelfinale und trifft darin auf den Hauptrunden-Meister.
Bislang waren die ersten acht Teams der Abschlusstabelle für das Playoff-Viertelfinale qualifiziert. Künftig erreichen nur noch die ersten sechs Mannschaften direkt diese Runde. Die Teams auf den Rängen sieben bis zehn ermitteln in sogenannten Play-In-Spielen die letzten beiden Playoff-Starter. In Deutschland wird dies seit Jahren in der Deutschen Eishockey Liga so praktiziert. Die Basketball-Bundesliga (BBL) spricht davon, dass der neue Modus der „Steigerung der sportlichen Attraktivität“ diene.
Die Startzeiten
Neu ist der TV-Anbieter. Nachdem die Telekom viele Jahre mit dem Portal „Magentasport“ die BBL-Spiele gestreamt hatte, ist nun der neue Anbieter Dyn (sprich: „Dein“) der Partner der BBL und zeigt – wie es zuvor auch die Telekom getan hatte – alle Spiele live. Ein neuer Partner, der für die Übertragungsrechte zahlt, will aber auch mitbestimmen. So gibt es neue Spielbeginn-Zeiten. Laut BBL soll ein typischer Wochenend-Spieltag nun so aussehen: Freitags findet eine Partie um 20 Uhr statt. Samstags beginnen die Spiele um 18.30 Uhr und um 20 Uhr. Sonntags wird um 15.30 Uhr und um 17 Uhr oder 18.30 Uhr gespielt. Die größte Neuerung kommt zum Schluss: Ein Montagsspiel, das um 20 Uhr beginnt, schließt den Spieltag ab.
Das Montagsspiel
Das „Montagsspiel“ war in den vergangenen Jahren im deutschen Profifußball zum Zankapfel geworden. In den obersten drei Ligen der Männer ist es nach heftigen Protesten aus der Fanszene inzwischen wieder abgeschafft. Zu groß war der Unmut von Fans, die verständlicherweise nicht in der Lage waren, an einem Arbeitstag ihr Team zu Auswärtsspielen zu begleiten (und nachts wieder zurückzureisen).
Die BBL und Dyn gehen nun in diese Lücke und setzen genau dort ein Spiel an. „Dieser feste Termin samt fixer Uhrzeit verschafft uns ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt BBL-Geschäftsführer Stefan Holz: „Denn der deutsche Basketball besetzt hiermit eine prominente Lücke im wöchentlichen Sportkalender.“
So erfreut wie Holz sind aber nicht alle. Jannik Wiggers-von Staa, erster Vorsitzender des Baskets-Fanclubs „Thunderstorm“ aus Oldenburg, berichtet, dass die Neuerung intensiv in der Szene diskutiert wird. „Die einen denken insbesondere an die Anreise zu Auswärtsspielen. Insbesondere der Montag ist dabei für die Anreise beinahe ausgeschlossen“, berichtet er von kritischen Stimmen: „Da es wohl pro Team nur zwei Montagsspiele sind, fällt das nicht besonders stark ins Gewicht. Es kann einen aber immer unangenehm treffen.“
Andere würden die Ansetzung begrüßen, sagt Wiggers-von Staa: „Positiv ist am Montag natürlich die breitere TV-Sichtbarkeit, es gibt nun noch einen Tag mehr, an dem unser Lieblingssport im TV zu sehen ist.“ Eine Verbesserung sei die jetzt etwas spätere Ansetzung am Freitag. Bislang begannen jene Spiele um 19 Uhr. Bei einem Beginn um 20 Uhr bestehe eher die Chance, zu Auswärtsspielen mitzureisen.
Die Auswärtsfahrer
Generell sei aber in der Liga, so Wiggers-von Staa, „die Anzahl an Auswärtsfans extrem überschaubar. Wir sind ja noch mit die reisefreudigsten Fans der Liga“, sagt er und meint damit die Oldenburger: „Aus einigen Standorten kommen überhaupt gar keine Fans mehr zu den Auswärtsspielen ihrer Mannschaft. Diese Entwicklung finden wir extrem schade und besorgniserregend, da zwei Fanlager natürlich immer für eine besondere Atmosphäre sorgen.“
