Oldenburg - Er ist nicht ganz der Oldie im neuen Kader, aber die Erfahrungen, die Maycoll Canizales-Smith in seiner durchaus bewegten Karriere gesammelt hat, sollen dem VfB in der anlaufenden Saison in der Fußball-Regionalliga zugutekommen. Nachdem der Verein längere Zeit an der Verpflichtung gewerkelt hatten, stößt der 30-Jährige nun an diesem Sonnabend fest zum Team.

„Ich sehe ihn als Stammspieler. Eine Einsatzgarantie gibt es nicht, aber er hat das Potenzial, auf der linken Abwehrseite eine feste Größe zu werden“, sagte VfB-Coach Alexander Nouri am Donnerstagmittag, kurz bevor die letzten Details für die Verpflichtung des in Quezaltepeque (El Salvador) geborenen Linksfußes geklärt waren. Canizales-Smith, der auch die kanadische Staatsbürgerschaft besitzt, hat sich vorerst für zwei Jahre an den VfB gebunden. Für das Pokalspiel am Sonntag beim SV Ahlerstedt/Ottendorf ist er noch keine Option.

„Mit seiner Erfahrung tut er unserer insgesamt jungen Truppe gut“, meinte Nouri. „Maycoll wollte aus familiären Gründen zurück in unsere Region, war aber beruflich gebunden. Wir sind glücklich, dass wir nun einen Arbeitsplatz für ihn gefunden haben“, so Teammanager Jörg Rosenbohm. Zuletzt spielte der 30-Jährige, dessen Tochter in Bremen lebt, beim SV Roßbach/Verscheid, für den Tobias Bauer seit seinem VfB-Abgang im vergangenen Winter in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar aufläuft. Zuvor war Canizales-Smith für Bonner SC und Fortuna Köln aktiv.

2007 spielte er als Profi für den FC Toronto in der nordamerikanischen Major League Soccer (12 Spiele, 1 Tor). In der kanadischen Metropole hatte der 1,75 Meter große Akteur, der auch im Mittelfeld spielen kann, schon zu Beginn seiner Karriere beim aktuell viertklassigen Club Toronto Lynx gespielt, ehe er 2001 nach Deutschland zu Werder Bremen II wechselte. In seiner Zeit an der Weser stieg Canizales-Smith auch zum Nationalspieler auf. Im Juni 2003 wurde er beim 1:4 der Kanadier in Wolfsburg gegen Deutschland eingewechselt. Ehe er zum Toronto FC ging, folgten Stationen bei Hannover 96 II und beim FC Oberneuland.

Nun ist er erneut im Norden gelandet. Bereits vor einigen Wochen hatte er beim VfB vorgespielt. Am vergangenen Wochenende wirkte er beim 8:2 im Trainingslager in Osnabrück gegen Bezirksligist Dodesheide mit. „Er hat das gemacht, worauf es ankommt, und nicht versucht, in eigener Sache zu glänzen. Das hat mir gefallen“, sagte Nouri über den 30-Jährigen, der übrigens hinter Christian Thölking (32) Zweitältester im Kader ist.

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion