Trier/Oldenburg - Es ist eine Rückkehr in die alte Heimat. Trainer Don Beck und Profi Maik Zirbes haben in ihren Basketball-Karrieren schon einiges erlebt. Nun lassen es beide bei den Gladiators Trier in der 2. Bundesliga ProA vermeintlich etwas ruhiger angehen – doch das täuscht. Warum Beck in Zirbes auch ein Stück weit sich selbst erkennt, hat er im Gespräch mit unserer Redaktion verraten.
Die Rückkehr
13 Jahre arbeitete Beck, der von 2002 bis 2007 den Bundesligisten EWE Baskets Oldenburg trainiert hatte, zuletzt für mehrere Clubs in Japan. Dort feierte er 2012 in der Liga JBL den Meistertitel und wurde im gleichen Jahr zum Trainer des Jahres gewählt. In diesem Sommer zog es den Coach, der nach seiner Oldenburger Zeit auch in Belgien und den Niederlanden tätig gewesen war, zum zweiten Mal nach Trier – und das aus guten Gründen. „Die Familie“, sagt der 70-jährige US-Amerikaner kurz und knapp und schiebt hinterher: „Ich bin ein älterer Coach. Ich habe eine Frau, zwei Töchter und vier Enkel. Ich wollte zurück zu meiner Familie.“ Seine Frau stammt aus der Nähe von Trier und in Beck brennt trotz seines fortgeschrittenen Traineralters noch das Feuer. „Ich freue mich schon sehr auf die Aufgabe, Trier wieder als eines der Top-Teams der ProA mit klarem Fokus auf den Kampf um die BBL-Plätze zu etablieren“, erklärt er bei seiner Verpflichtung im Mai. Sein Vertrag an der Mosel läuft über ein Jahr.
Seine Trierer Erfolge
Der in New York City geborene Coach gilt als der erfolgreichste Trainer in der Trierer Basketball-Geschichte. Von 1994 bis 2002 arbeitete er für die TVG Trier (Vorgänger der TBB Trier und den Gladiators) und gewann mit dem Club trotz eines kleinen Budgets 1998 sowie 2001 den Pokal. 1998 stand Beck mit seinem Team zudem im Playoff-Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.
Die Verbindung
Nun kehrt der Coach also an seine alte Wirkungs- und Erfolgsstätte zurück. Das gilt auch für Zirbes. Der 33-jährige Center, der in Traben-Trarbach (58 Kilometer von Trier entfernt) geboren wurde, durchlief die Nachwuchsabteilung der Trierer und reifte in der 110 000-Einwohner-Stadt von 2007 bis 2012 zum Bundesliga- und deutschen Nationalspieler (257 Bundesliga- und 75 Länderspiele). In Deutschland spielte Zirbes noch für Bamberg und München sowie unter anderem im Ausland in Serbien, Israel, China, Slowenien und Portugal. „Maik ist wie ich“, sagt Beck über den Center, der wie er ein Familienmensch ist: „Er hat viele Erfolge gefeiert und will dem Team nun helfen. Aber er will auch seine Familie sehen und in seinem eigenen Haus schlafen.“ Zirbes selbst sagt über seine Rückkehr: „Nach vielen Jahren, die ich im Ausland verbracht habe, war es für mich der richtige Zeitpunkt, zurück zu meiner Familie zu gehen und mir in meiner Heimat mit meiner Partnerin eine Zukunft aufzubauen.“
Die Oldenburger
Unter Beck trainieren in Haris Hujic und Marko Bacak zwei Spieler, die wie der Coach eine Oldenburger Vergangenheit haben. Aufbauspieler Hujic spielte von 2016 bis 2019 für die Baskets, konnte sich dort aber als Jugendspieler nicht durchsetzen. Der 26-Jährige spielte zuletzt für Zweitliga-Absteiger Bayer Leverkusen. Bacak (27), von 2015 bis 2019 in Oldenburg unter Vertrag, schaffte ebenfalls nicht den Durchbruch beim Meister von 2009 und Pokalsieger von 2015. Der Center spielte zuletzt bei den Artland Dragons Quakenbrück in der ProA.
Die Gladiators starten indes an diesem Sonntag mit einem Heimspiel gegen die Giants Düsseldorf in die Saison. Während Beck dann sein Comeback an der Trierer Seitenlinie feiern wird, muss Hujic passen. Der Ex-Oldenburger hat einen Knorpelschaden im Knie und fällt wohl fünf bis sechs Monate aus.
