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Wittmunder Jannes Kleene bei Fahrsport-Meisterschaft Aus den Fußballschuhen rauf auf den Kutschbock

Jannes Kleene gehört mit seine Ponys „Eckhof Zecert“ und „Demenes Abel“ in Moorlage zum Favoritenkreis.

Jannes Kleene gehört mit seine Ponys „Eckhof Zecert“ und „Demenes Abel“ in Moorlage zum Favoritenkreis.

Thomas Breves

Wittmund - Wenn Jannes Kleene eines ganz sicherlich an diesem Wochenende nicht braucht, dann einen Glücksbringer. Denn rein beruflich bringt der 24-Jährige schon eine ganze Menge davon mit. Er ist Schornsteinfeger. Die Meisterschule biegt gerade auf die Zielgerade ein. Am 30. Juni ist die Abschlussprüfung. Doch mit Feuerstättenschau, Kehrbüchern, Betriebs- und Brandsicherheit beschäftigt er sich in den vergangenen Tagen weitaus weniger als sonst. Sein Hauptaugenmerk richtet sich auf seine drei Ponys und die Kutschen, die auf dem elterlichen Grundstück stehen. Der Wittmunder will am Samstag und Sonntag nämlich eine ganz wichtige Rolle beim großen Fahrturnier des Reit- und Fahrvereins Moorlage spielen. Er gehört zum Favoritenkreis der Pony-Zweispänner, wenn es um die Vergabe des Weser-Ems-Titels geht. Und da heißt es derzeit: trainieren, trainieren, trainieren.

Der Wassergraben gehört zu den spektakulärsten Hindernissen beim Geländefahren in Moorlage.

WESER-EMS-MEISTERSCHAFT Das erwartet die Zuschauer beim Fahrturnier Moorlage

Thomas Breves
Moorlage

Dass Jannes Kleene seit sieben Jahren auf dem Kutschbock sitzt, hat er einer schweren Verletzung zu verdanken, die der Fußballerkarriere abrupt ein Ende setzte. Im Spiel seines JFV Harlingerland zog er sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zu. „Das war langwierig. Hinzu kam, dass ich gerade mitten in der Ausbildung war“, erzählt der 24-Jährige. „Jetzt stehe ich lieber am Spielfeldrand und schaue zu.“

„Wir hatten immer Pferde“

Ganz ohne Sport weitermachen? Das kam für den damals 17-Jährigen dann aber auch nicht infrage. Pferdesport war schon immer ein großes Thema im familiären Kreis. „Meine Mutter reitet. Wir hatten immer Pferde“, erzählt der Wittmunder. Von da aus war es zum Fahrsport nicht mehr weit. Unter seinem Trainer Gerhard Dirks entdeckte er seine Leidenschaft für das Kutschenfahren. „Ich bin wirklich viel bei ihm gewesen. Er war wie ein Opa für mich“, erzählt Jannes Kleene. Sein Talent hat ihn schon weit gebracht. Aktuell steht er im Weser-Ems-Perspektivkader. 20 Kutschenfahrer zählen dazu, der jüngste ist zwölf Jahre alt.

Funkeln in den Augen ist nicht zu übersehen

Was macht den Fahrsport für ihn so besonders? Darauf hat der 24-Jährige eine klare Antwort: „Die Gemeinschaft. Die wird groß geschrieben. Die Abende im Fahrerlager machen viel Spaß. Man ist auf einem Turnier ja immer zwei bis drei Tage“, erklärt er. Auch in Moorlage sind die Prüfungen auf zwei Tage gestreckt. Immerhin gilt es, drei davon zu absolvieren: Dressur, Hindernisfahren und abschließend die spektakuläre Fahrt durchs Gelände mit Hügeln und Wassergräben. Das Funkeln in den Augen von Jannes Kleene ist nicht zu übersehen, wenn er daran denkt. Schwächen in der Dressur bügelt er in der Regel in den beiden anderen Disziplinen aus.

Preisgelder reichen für ein Abendessen

Es ist ein kostspieliges Hobby, das der 24-Jährige betreibt. Alleine die Kutschen kosten ein Vermögen. „Vom VW Polo bis zur S-Klasse gibt es da alles – richtig dicke Schlitten“, schwärmt der 24-Jährige. Hinzu kommen die Tiere, Versorgung, Fahrten zu Turnieren, Transport der Ponys und Kutschen sowie Meldegelder. Und damit ist die Liste noch lange nicht beendet. Für Preisgelder, die in der Regel für ein warmes Abendessen reichen, lohnt sich der ganze Aufwand nicht. Für den Spaß aber allemal. Und der kommt auch ansonsten in seinem Leben nicht zu kurz. Dafür sorgen seine anderen Hobbys. Denn neben dem Dartspiel, das Jannes Kleene vor Kurzem für sich entdeckt hat, ist er auch im Friesensport gut unterwegs. Bei „Einigkeit“ Uttel wirft er in der Altersklasse Männer I in der Bezirksliga auf. Und auch das passt eigentlich ganz gut ins Bild. Denn auch bei den Boßlern wird auf die Gemeinschaft sehr viel wert gelegt.

Thomas Van Lengen
Thomas Van Lengen Redaktionsleitung Sport, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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