Betrifft:
„Schuldig: Lange Gefängnisstrafe gegen Boxtrainer“ (NWZ vom 24. Februar) und „Urteil gegen Coach trifft Boxerin“ (NWZ vom 25. Februar) – Berichte über die Verurteilung von Boxtrainer Jürgen Paterok zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.Die jüngsten Artikel in der NWZ geben schon sehr zu denken, mit welchen Persönlichkeiten sich eine Stadt wie Oldenburg und mit ihr verschiedene Firmen und Vereine schmücken.Da wird berichtet, dass der Cheftrainer der Boxerin Heidi Hartmann, Jürgen Paterok, wegen des schweren sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt wird. Am nächsten Tag ist zu lesen, dass die Boxerin, die es in Oldenburg inzwischen zu Rang und Namen gebracht hat und über Jahre mit Paterok in einer Wohngemeinschaft zusammen lebte, von diesen Vorfällen nicht nur nichts mitbekommen haben will, sondern die Glaubwürdigkeit des Opfers und damit auch das Urteil des Gerichts in Frage stellt.
Nach dem, was Frau Hartmann zu der Entscheidung und den Aussagen des Opfers geäußert hat, ist es für mich umso glaubwürdiger und nachvollziehbarer, dass das junge Mädchen sich vor Mitgliedern der Wohngemeinschaft fürchtet und deshalb im Zeugenschutzprogramm lebt.(...) Mit ihrer Positionierung allerdings sorgte Frau Hartmann dafür, dass ich mir jetzt große Sorgen um die Kinder mache, die von ihr trainiert oder unterrichtet werden (sollen). (...)
Carsten GriemHuntlosen * Ich frage mich, ob ich meine Kinder in die Obhut von Frau Hartmann geben würde, die ein schlimmes Vergehen an einer Minderjährigen verharmlost und den überführten Täter Jürgen Paterok als den „Betroffensten“ bezeichnet. Vielleicht wäre es vom Stadtsportbund zu überlegen dem Schutz unserer Kinder (...) einen höheren Stellenwert einzuräumen.Rolf DiersOldenburg*
Für mich ist nach einem Strafprozess mit nicht zu beanstandener Beweiserhebung und -würdigung nicht nachvollziehbar, warum Heidi Hartmann eine veröffentliche Stellungsnahme mit dem Ergebnis „Jürgen Paterok ist unschuldig“ abgibt. (...)Jürgen FischerHatten * (...) Ihre Berichterstattung bezüglich J. Paterok in Verbindung mit den Interviews von Heidi Hartmann hat mich doch sehr irritiert. Es kann doch nicht sein, dass eine Sportlerin öffentlich unsere Rechtsprechung und das Vorgehen der Polizei (Zeugenschutzprogramm) derart in Frage stellt. (...)Ich selbst habe das Wirken von Paterok, der angeblichen Wohngemeinschaft in Großsander und des VTB seit Jahren mit großer Skepsis verfolgt. Besonders ärgert mich auch die Ignoranz des Stadtsportbundes, der meine Versuche von Aufklärung über die sektenähnlichen Zustände bis heute ignoriert hat.
So habe ich bereits vor Jahren (...) als damaliger Fachwart für Taekwondo beim Stadtsportbund, (...) wiederholt persönlich und schriftlich über Herrn Paterok und seine „Gefolgsleute“ informiert. Bereits damals gab es fundierte Anhaltspunkte für sektenähnliche Verhältnisse. (...) Heute ist für mich völlig unverständlich, dass einer der engsten Vertrauten von Paterok, Alexander Hartmann, immer noch Vorsitzender der Sportjugend Oldenburg ist. Weder er noch seine Frau Heidi haben sich bisher von Paterok distanziert. (...) Ich hoffe, dass der Stadtsportbund (...) endlich handelt.
Peter GottwaldOfen
