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REGATTA Besser als der Untergang der „Titanic“

HENNING BIELEFELD

FEDDERWARDERSIEL - Das Beste kommt – zum Schluss? Nicht im Hafenbecken von Fedderwardersiel! Dort verabschiedete sich gleich zu Anfang der 11. Papierboot-Regatta das schönste Wasserfahrzeug der Wettfahrt mit einem Feuerwerk, ehe es in den braunen Fluten versank.

Das sei ja besser als beim Untergang der „Titanic“, grummelte anerkennend ein Feuerwehrmann aus Burhave: „Da hat nur ‘ne Kapelle gespielt.“ Auf die Frage, ob ein Feuerwerk überhaupt erlaubt sei, meinte er: „Ist ja genug Wasser drumherum.“

Außerdem waren ja auch Fachleute am Werk: Jacqueline Unruh, Epke Lübken und Wienke Lührs von der DLRG-Ortsgruppe Butjadingen. In nicht weniger als 484 Arbeitsstunden hatten die jungen Lebensretter einen prachtvollen Raddampfer mit dem Namen „Amazona“ geschaffen – viel zu schade eigentlich für den Untergang, der selbstverständlich nicht einfach Pech war, sondern planvoll inszeniert.

Übrigens gewannen die Lebensretter mit ihrem Werk auch den Schönheitspreis vor der „Quietsche-Ente“ der Jugendgruppe des Bürgervereins Ellwürden – an den Riemen: Patrick Bruns und Alexander Friedrichs – und den „Backfischen“ aus Waddens, die im vergangenen Jahr den Schönheitspreis gewonnen hatten. Die „Backfische“ waren Tienicke de Witte, Marian Hansing, Petra Adrian und Hilja Beermann. Das DLRG-Team bekam 150 Euro und den NWZ -Wanderpokal.

Als ebenso feucht wie fröhlich erwies sich die Wettfahrt, die „Die Holzköpfe“ aus Waddens und das Boot „Placebo“ einander lieferten. Zwar paddelten die „Placebo“-Frauen Talke Kuck und Wiebke Lübben der „Holzköpfe“-Besatzung schnell weg. Doch die Mädchen Kristin Warns, Tomke Hansing, Lena Beermann und Riane de Witte machten ihre Langsamkeit durch sportlichen Einsatz mehr als wett. Denn als ihr holzschuhförmiges Boot, das seltsamerweise unten breiter war als oben, bei einem kleinen Manöver kenterte, überlegten die vier Mädchen nicht lange, schwammen dem Boot hinterher, kletterten, unterstützt von einigen Zuschauern, wieder hinein und beendeten das Rennen als ehrenvoller Zweiter.

Wie alle sieben Boote war auch ihres komplett aus Papier, Pappe, Klebstoff und Farbe gefertigt. 2006 waren sie im Schönheitswettbewerb Zweiter geworden. Die schnittige „Placebo“ hatte in den vergangenen drei Jahren jeweils die Rennen gewonnen.

Und auch in diesem Jahr sah zunächst alles nach einem vierten „Placebo“-Sieg aus. Doch im Finale stellte sich heraus, dass die Besatzung noch wichtiger ist als das Boot. Und die war, den Regeln folgend, nach drei Siegen ausgetauscht worden. Die Sieger aus den vergangenen drei Jahren, André van der Velde aus Rodenkirchen und der ehemalige Rodenkircher Markus Giesinger, der jetzt in Vechta lebt, traten diesmal mit dem „Hai“ an – und verdrängten „Placebo“ im Schlusslauf auf Platz drei. Auf Platz zwei kam das „Löschboot“ mit Klaus-Gerd Best, Ingo Janßen, Harald Vorwerk und Helmut Becker. Dieses Team ist jetzt schon im dritten Jahr Zweiter. Rang vier in der Gesamtwertung: die Ellwürder Quietsche-Ente.

Der Organisator Lambertus Poll, der die einstündige Regatta auch moderierte, zeigte sich zufrieden. Er schätzte die Zahl der Zuschauer auf 4- bis 5000. Ein zwischenzeitlicher Regenschauer trübte deren Begeisterung ebenso wenig wie die der Teilnehmer. Die Startschüsse feuerte Manfred Schmidthüsen ab.

„Löschboot“

bleibt der

erwige Zweite

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