Delmenhorst/Elsfleth - Wäre jetzt Saisonende, hätten die Oberliga-Handballer des Elsflether TB den Klassenerhalt geschafft. Trotz der 19:25 (8:12)-Auswärtsniederlage am Sonnabend bei der HSG Delmenhorst bleibt die Mannschaft von Trainer Ulrich Adami Tabellenelfter. Aber es sind – aus Elsflether Sicht – leider noch fünf Spiele zu absolvieren. Und der Trend spricht nicht gerade für den ETB.
Verletzungspech
Aus den jüngsten sieben Partien holten die Elsflether nur einen Punkt. Sicherlich hätten die Leistungen teilweise besser sein können, aber zum großen Teil sind die Niederlagen dem riesigen Verletzungspech zuzuschreiben. Und eine großartige Besserung ist nicht in Sicht, denn Ruven Rußler, Tizian von Lien, Sascha Klostermann und Chris Danielzik werden in dieser Saison nicht mehr auflaufen. In Delmenhorst fielen zudem Philipp Bolte und Robert Mohr aus.
„Da fehlt uns momentan große Qualität“, sagte Adami. Immerhin: Fynn Oberegger, Martin Wille und Malte Janßen kehrten nach ihren Verletzungspausen zurück.
Das Fehlen etlicher Stammkräfte machte sich in Delmenhorst besonders im Angriff bemerkbar. „Wir waren nicht durchschlagskräftig genug“, meinte Adami. Vor allem aus dem Rückraum heraus baute der ETB zu wenig Druck auf. Erst nach mehr als neun Minuten gelang ihm der erste Treffer – durch einen verwandelten Siebenmeter von Bela Rußler.
Dafür stand die Deckung gut. Mit dem überzeugenden Keeper Kevin Danielzik als Rückhalt ließ sie nur wenige Gegentore zu. Deshalb blieben die Elsflether, die in diesem Abstiegsduell von zahlreichen Fans unterstützt wurden, lange Zeit dran.
Entscheidender Wechsel
Beim Stand von 13:12 (39.) für die Hausherren nahm HSG-Spielertrainer Andre Haake die spielentscheidende Maßnahme vor – er wechselte sich selber ein. „Er hat sofort das Heft in die Hand genommen. Er traf nicht nur sieben Mal, sondern setzte auch seinen Kreisläufer gut in Szene“, lobte Adami seinen Trainerkollegen. Nach und nach setzten sich die Hausherren ab und feierten am Ende einen gerechten Heimsieg.
„Delmenhorst hatte die bessere Mannschaft auf dem Feld“, sagte Adami. Das Verletzungspech in seinem eigenen Team nimmt er sportlich. „Wir müssen mit dem spielen, was da ist. Da können wir nichts gegen machen“, meinte der Coach. Aber angesichts der Umstände werde es im Saisonschlussspurt sicherlich nicht einfacher.
ETB: Völkers, K. Danielzik – Zindler (5), B. Rußler (5/3), Oberegger (4), Santen (2), Wille (2), van Dreumel (1), Janßen, Pape, Rambau, Pille.
Stationen: 3:0 (9.), 7:4 (17.), 9:7 (26.), 12:8 (30.), 15:13 (42.), 18:13 (50.), 22:16 (57.), 25:19 (60.).
