Bremerhaven/München - Mit einer 1:0-Serienführung im Rücken treten die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven an diesem Mittwoch (19 Uhr) zum zweiten Spiel der Playoff-Halbfinalserie beim EHC München an. Zum Erreichen der Finalserie der Deutschen Eishockey Liga sind vier Siege nötig. Das erste Spiel am Ostermontag hatten die Bremerhavener in eigener Halle gegen den amtierenden Meister mit 3:0 gewonnen.
„Wir haben in den richtigen Momenten die Tore geschossen“, hatte Trainer Thomas Popiesch nach dem Spiel gesagt. Gemeint waren das 1:0 zu Beginn des ersten und das 2:0 zu Beginn des zweiten Drittels – diese Nadelstiche saßen.
Popiesch ist mit seinem Team voll auf die aktuellen Aufgaben fixiert. Und so hat der 58-Jährige noch immer nicht Stellung zu einem Thema bezogen, das seit Wochen durch Bremerhaven wabert: Angeblich wechselt er im Sommer zu den Krefeld Pinguinen in die DEL2. Dass ein Chefcoach eines sehr erfolgreichen Erstligisten eine Liga abwärts geht, wäre ungewöhnlich. Popiesch war Anfang der 1990er-Jahre als Spieler in Krefeld aktiv gewesen und hatte in jener Zeit auch seine aus Krefeld stammende Frau kennengelernt. Kurios: Der Sportliche Leiter der Krefelder, der Ex-Nationalspieler Peter Draisaitl, war von 2003 bis 2005 ebenfalls Trainer in Bremerhaven gewesen.
Für Bremerhavens Gegner München waren die vergangenen Tage auch abseits des Eises beim Blick auf die Reiseplanung eine Herausforderung. Grund ist die Besonderheit im Playoff-Modus der DEL. Denn vor dem Halbfinale stand lediglich fest, dass Bremerhaven als Hauptrundenmeister im Halbfinale (mit Heimrecht im ersten Spiel) gegen das Team mit der schlechtesten Hauptrundenplatzierung spielen würde. In anderen Sportarten, beispielsweise dem Basketball, ist das durch einen vorab definierten Playoff-Baum anders. Die Bremerhavener warteten also nach ihrem 4:0-Serienerfolg gegen den ERC Ingolstadt darauf, wer nun nächster Gegner sein würde. Und da die Serie zwischen den Straubing Tigers (3. nach Hauptrunde) und den Schwenninger Wild Wings (6.) bis ins siebte Duell ging und sich Straubing durchsetzte, war erst am frühen Abend des Karsamstag klar, dass der Hauptrundenfünfte München der Gegner sein würde. Hätte sich Schwenningen durchgesetzt, wäre dieses Team der Bremerhavener Gegner gewesen. München hätte dann am Ostermontag nicht in Bremerhaven, sondern bei den Eisbären Berlin (2.) antreten müssen. Nun aber bestreitet Berlin die zweite Halbfinalserie gegen Straubing. Erst an jenem Karsamstagabend war anders herum für München klar, dass das Team am Ostermontag um 14 Uhr im Norden in Bremerhaven und nicht in Berlin antreten würde.
