Ganderkesee/Delmenhorst - Eigentlich wollte Gina Sperling nur Radschlagen lernen. Denn was sie da zu Hause zu Wege brachte, „das sah nicht so toll aus, so schief“, fand sie. Also begann sie, in der Turnabteilung des Delmenhorster Turnerbundes (DTB) mitzutrainieren. Das war vor vier, fünf Jahren. Dass Gina mittlerweile nicht nur das Radschlagen beherrscht, davon konnten sich etliche Ganderkeseer bereits ein Bild machen – bei den Büttenabenden 2012 und 2013. Am 20./21. April will die Elfjährige nun auch in Buchholz/Nordheide Flagge zeigen. Bei den Landesmeisterschaften im Turnen.

Freilich: Gina ist nicht die einzige Ganderkeseerin, die es zum Turnen nach Delmenhorst zieht. Mit ihr zusammen trainiert zum Beispiel Lucia Etrich, zwölf, die die Qualifikation für Buchholz wegen einer Erkrankung abbrechen musste, und Hannah Bielefeld, elf, die wie Gina auch zum Funkenmariechen-Dreigestirn gehört.

Turnen, so findet Gina, bringe ganz ungeahnte Erlebnisse mit sich („da kann man fliegen“) und sei durch seine Vielseitigkeit eine stete Herausforderung. „Man lernt immer etwas Neues“, pflichtet Lucia bei. Und staunen würden durchaus nicht nur die Zuschauer der Büttenabende: Im Sportunterricht zum Beispiel wird Gina mitunter von Mitschülern gefragt, ob sie mal einen Flickflack oder einen Salto zeigen könne.

Trainerin Angelika Tebelmann bremst allerdings bei der Erwartung, dass solche Übungen ratzfatz zu erlernen seien. Diejenigen, die sich vielleicht einmal für den Leistungssport Turnen eignen, könne man zum Beispiel beim Kinderturnen entdecken – von 1000 Kindern komme „vielleicht eins“ in Frage. Mit sieben oder acht Jahren sei dann die Entscheidung zu fällen, ob es in Richtung Leistung gehen soll – danach sei es zu spät.

Und Gina? Die Elfjährige habe das Potenzial, auf Landesebene mitzuturnen, ist Trainerin Beate Rosen überzeugt. Gleiches gelte für Lucia. Stärken hätten die beiden beim Sprung, auch beim Bodenturnen. „Gut“ seien sie auf dem Schwebebalken und dem Stufenbarren. Dass da auf Letzterem mitunter etwas Unsicherheit mitschwinge, liege an den Trainingsbedingungen: In der Turnhalle in Annenheide gibt es nur einen Stufenbarren – einen für knapp 30 Mädchen.

Unterdessen zeigt sich Gina bei der Selbsteinschätzung zurückhaltend. Und ihre Erwartungen für Buchholz? „Ich möchte nur nicht Letzte weden.“