Oldenburg/Ammerland - Wenn in der Verwandtschaft eine zweimalige Weltmeisterin sitzt, ist es nicht gerade verwunderlich, dass ein junges Mädchen gerne Fußball spielen möchte. Dass so ein Vorhaben manchmal daran scheitert, dass Vereine in der näheren Umgebung kein geeignetes Angebot liefern, sollte nicht sein.

„Die Tochter von einer Cousine wollte gerne Fußball spielen, aber um die Ecke gab es nur Mannschaften mit Jungs. Die waren doof zu ihr – deshalb spielt sie nicht“, erzählte die ehemalige Nationalspielerin Renate Lingor am Montag bei der Vorstellung des regionsweit ausgeschriebenen Förderpreises für besonderes Engagement im Jugendsport. Damit deutete die gebürtige Karlsruherin an, warum sie sich gut mit dem neuen Projekt der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg identifizieren kann. Nach der Disziplin Mädchenfußball soll künftig jährlich ein anderen Sportbereich in den Fokus gerückt werden.

Die rund 100 Vereine mit etwa 250 Mädchenmannschaften aus dem Geschäftsgebiet der Versicherung, die für den Förderpreis infrage kommen, werden „angeschrieben und aufgefordert, eine Bewerbung einzusenden“, erklärt Ulrich Skrowny, der das Projekt begleitet. Die Jury um Schirmherrin Lingor bewertet die Einsendungen nach Leistungskriterien (zum Beispiel Meisterschaften, Aufstiege) und anderen Faktoren wie Kreativität, besondere Aktionen, Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen. „Der kreative Part soll etwas mehr honoriert werden als die harten Fakten“, erklärt Skowny. „Es geht uns auch darum, einen gesellschaftlichen Dialog anzustoßen“, sagte Jürgen Müllender, Vorstandsmitglied der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg. Dabei gehe es auch um Integration. „Der Sport ist neben der Musik das Einfachste und Beste“, meinte Müllender: „Denn da spielt man zusammen.“

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion