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NWZonline.de Sport

Formel 1: "Lebe meinen Traum": Mick Schumachers Karriere geht weiter

23.09.2021

Sotschi (dpa) - Der Weg ins Ferrari-Cockpit seines Vaters ist zwar noch ein sehr weiter, doch auf seinem Weg lässt sich Mick Schumacher nicht beirren. "Als Teil des Formel-1-Felds lebe ich meinen Traum", sagte der 22-Jährige nach seiner Vertragsverlängerung.

Auch seine zweite Saison in der Motorsport-Königsklasse wird Schumacher im kommenden Jahr beim US-Rennstall Haas absolvieren, wie das Team verkündete. Nach einer sportlich bislang tristen Saison erhofft sich der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher mit neuem Regelwerk einen deutlichen Aufschwung.

Schumacher gilt als besonen und akribisch

"Wir haben ein sehr gutes Fundament gebaut, wir haben dieses Familiengefühl im Team aufgebaut. Hoffentlich haben wir nächstes Jahr ein Auto, das stark mitfahren und einen Schritt nach vorne machen kann", sagte Schumacher im russischen Sotschi in einer digitalen Medienrunde. Beim Großen Preis am Sonntag (14.00 Uhr/Sky) am Schwarzen Meer wird er im lahmen Wagen der Amerikaner sicher wieder keine große Rolle spielen, für 2022 erhofft sich der Neuling aber den Anschluss ans Mittelfeld. "Ich habe große Hoffnungen, dass das Auto dann ein ganzes Stück besser ist", sagte Schumacher.

In seiner Premierensaison kann er sich meist nur mit Teamkollege Nikita Masepin duellieren und entscheidet diese Zweikämpfe regelmäßig für sich. 2022 werden beide zusammen bei Haas fahren, auch der Vertrag des Russen wurde vor dessen Heimrennen um ein weiteres Jahr verlängert. Masepins Vater Dimitri ist mit seinem Bergbauunternehmen Uralkali Titelsponsor von Haas und sorgt für einen üppigen Teil des Geldes. Masepin junior steht für seinen ruppigen Fahrstil in der Kritik, geriet auch schon mehrfach mit dem grundverschiedenen Schumacher auf und neben der Strecke aneinander. Masepin gilt als Heißsporn, Schumacher als besonnener und akribischer Arbeiter, der seinen ehrgeizigen Zielen alles unterordnet.

"Ich glaube das wird in vielerlei Hinsicht hochgekocht", sagte Schumacher zum angespannten Verhältnis der Stallrivalen: "So lange wir uns verstehen und arbeiten, bringt es dem Team etwas." Zwar sind beide nach 14 von 22 Saisonrennen noch ohne WM-Punkte, trotzdem behalten sie ihre Cockpits. In Schumacher und Ex-Weltmeister Sebastian Vettel gehören damit weiterhin zwei deutsche Fahrer zum 20-köpfigen Formel-1-Feld, für das nur noch ein Sitz zu vergeben ist. Unklar ist, ob der Italiener Antonio Giovinazzi bei Alfa Romeo bleiben darf oder er doch noch verdrängt wird.

Nur ein weiteres Jahr bei Haas

Schumacher bestätigte derweil, dass er sich nur ein weiteres Jahr an Haas bindet. Ob es danach zu Ferrari geht? Das Team, mit dem sein Vater fünf WM-Titel gewann und zur Motorsport-Legende wurde. "Was in der Zukunft passiert, wird sich mit der Zeit zeigen", sagte Schumacher nur. Als Mitglied der Nachwuchs-Akademie der Scuderia pflegt er weiterhin engen Kontakt zu den Italienern. "Die Beziehung zu Ferrari ist immer noch da und sehr stark", sagte Schumacher.

Und so veröffentlichte Ferrari auch eine Mitteilung zum Verbleib des Talents in der Formel 1. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass er sich noch weiter verbessern wird", sagte Ferrari-Renndirektor Laurent Mekies: "In seiner ersten Saison in der Formel 1 hat Mick die Qualitäten und Eigenschaften bestätigt, die ihn schon früher in seiner Karriere ausgemacht haben." Eine starke Arbeitseinstellung gehöre ebenso dazu, wie der Wunsch alles zu lernen und zu verstehen.

Im Monegassen Charles Leclerc (23) und dem Spanier Carlos Sainz (27) hat Ferrari derzeit zwei recht junge Fahrer unter Vertrag. Wann und ob tatsächlich Platz für Schumacher werden wird, scheint offen, spielt für den Rennfahrer selbst aber auch noch keine zu große Rolle. "Ich konzentriere ich noch auf dieses und freue mich auf nächstes Jahr mit Haas", sagte Schumacher.

Die Entwicklung des aktuellen Autos haben die Amerikaner schon lange eingestellt und konzentrieren sich stattdessen auf die Zukunft. Ab dem kommenden Jahr gibt es ein neues Reglement, das die Entwicklung stark veränderter Autos nötig macht. "Wir sind zuversichtlich, dass wir Mick und Nikita ein wettbewerbsfähiges Rennpaket liefern, damit sie den nächsten Schritt machen", sagte Teamchef Günter Steiner.

© dpa-infocom, dpa:210923-99-326241/3

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