Oldenburg - Die Oberliga-Fußballer des VfL sind beim 1:1 im Derby gegen den BV Cloppenburg vor 413 Zuschauern knapp am ersten Heimsieg der Spielzeit vorbeigeschrammt. Der VfL bleibt mit jetzt vier Punkten vorerst Siebter, der BVC mit zwei Punkten Zwölfter.

Marten Schmidt hatte für die Platzherren in der 55. Minute die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung erzielt, die Leon Demaj 20 Minuten später ausgleichen konnte. „Nach dem 1:0 hätten wir bei unseren Kontermöglichkeiten ruhiger spielen müssen. Nach dem 1:1 hat Felix Bohe uns in der Nachspielzeit gerettet. Den Chancen nach ist das Ergebnis gerecht“, meinte VfL-Trainer Dario Fossi.

Für die Gäste begann die Partie denkbar schlecht, denn schon in der Startphase musste BVC-Trainer Steffen Bury zwei Spieler wegen Verletzungen auswechseln. Erst erwischte es Alexander Dreher (8.), dann David Niemeyer (12.). Trotzdem war der BVC in der ersten Halbzeit mit seinen von Fossi gefürchteten schnellen Angriffen torgefährlicher als der VfL. Die größten Chancen hatten Aleksandar Kotuljac (28.), der aus fünf Metern den Ball Bohe in die Arme schoss, und eine Minute später Christian Düker, dessen Freistoß aus 25 Metern an die Oberkante der Latte klatschte.

In der 40. Minute hatte der BVC Glück, dass Referee Patrik Feyer (Schwanewede) nicht auf Elfmeter für den VfL entschied, nachdem Düker im Strafraum mit dem Ellbogen zum Ball gegangen war. Aber nicht nur in dieser Situation hatte Feyer ein Herz für den Regionalliga-Absteiger.

Nach Wiederbeginn wurden die Angriffe des VfL zwingender. Die erste gute Chance hatte Simon Brüning, der nach seinem Solo aber etwas zu hoch zielte (54.). Eine Minute später leitete dann Lucas Baumeister die VfL-Führung ein, als er links durchging und Schmidt einsetzte. Der spielte einen Doppelpass mit Andre Jaedtke und ließ mit einem Flachschuss BVC-Schlussmann Diederik Bangma in die rechte Ecke keine Chance.

Die Cloppenburger reagierten mit wütenden Angriffen, denen aber anfangs die Präzision fehlte. Beim Ausgleich reagierte die VfL-Abwehr dann zu langsam. Erst kam Demaj nach Stellungsfehlern frei vor Bohe zum Schuss, der diesen noch nach links abwehren konnte. Demaj reagierte als einziger und erlief den Ball, drehte sich um seine eigene Achse und überwand Bohe mit einem Schuss aus spitzem Winkel.

In der Nachspielzeit bewahrte Bohe sein Team vor einer unverdienten Niederlage. Erst reagierte er bei einem Schuss von Demaj glänzend (90.+2), eine Minute später war er bei einem Schuss von Loth-Benny Boungou auf dem Posten.

„Wir hätten das zweite Tor machen müssen. Am Ende ist das 1:1 gerecht“, meinte der Torwart. „Es hat Spaß gemacht, gegen die alten Mannschaftskameraden zu spielen. Wir hatten in der Schlussphase so viele Torchancen, eine davon hätten wir machen müssen. Ein Punkt ist für uns zu wenig“, ärgerte sich Ex-VfLer Julian Kersting, der erstmals gegen seine alte Mannschaft spielte.