FRA - Im Betrugsprozess gegen den ehemaligen Sportchef des Hessischen Rundfunks (HR), Jürgen Emig, hat ein früherer Kollege den 63-Jährigen belastet. Emig habe energisch darauf gedrängt, dass alle Sponsorengelder über die von ihm initiierte Firma SMP abgewickelt würden, sagte der TV-Journalist Werner Damm vor dem Frankfurter Landgericht. Emig habe ihn einmal sogar „laut und schroff“ zurechtgewiesen, als er eingeworbene Gelder für eine Sportübertragung direkt an die zuständige Produktionsfirma gezahlt habe, sagte der leitende Redakteur des HR. Damm sagte aus, die Beziehung zwischen dem HR und SMP sei für ihn „abstrus und anonym“ gewesen. Emig soll zwischen 2000 und 2004 über die Firma SMP 615 000 Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.
Um zu erfahren, ob Emigs Vorgesetzte von dessen Machenschaften wussten, hat das Gericht den HR-Intendanten Helmut Reitze für den 3. September als Zeugen geladen. Reitzes Vorgänger Klaus Berg soll am 9. September gehört werden. Der Prozess wird an diesem Mittwoch fortgesetzt.
