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NWZonline.de Sport

Schach-Szene sucht Zugpferd

20.11.2018

Frankfurt Wenn Magnus Carlsen (27) im Kampf um die Krone der Schachwelt derzeit die Steine übers Brett schiebt, verfolgt halb Norwegen das Geschehen. Das Fernsehen überträgt live, die Zeitungen und Internet-Medien sind voll von Geschichten über sein WM-Duell mit Fabiano Caruana (26/USA). Carlsen ist in seiner Heimat ein Superstar. Ein Aushängeschild des Schachsports, wie man es sich auch in Deutschland wünscht.

„Es ist natürlich unser Ziel, einen deutschen Magnus Carlsen hervorzubringen“, sagt Marcus Fenner, Geschäftsführer des Deutschen Schachbundes: „Was ein solcher Spieler für den Schachsport bewirken kann, hat man in Norwegen gesehen.“ Doch obwohl man hierzulande über eine äußerst aktive Szene verfügt und die Bundesliga als stärkste Liga der Welt gilt, fehlt ein absoluter Spitzenspieler – noch. Es sei natürlich „immer schwer, solche Ausnahmeerscheinungen vorherzusagen“, sagt Fenner: „Aber wir haben da einen. Er ist ein großer Hoffnungsträger.“

Gemeint ist der gerade 14 Jahre alt gewordene Vincent Keymer aus Mainz. Im Frühjahr gewann er sensationell die Grenke Open in Karlsruhe, ein Turnier mit etlichen internationalen Spitzenspielern. Sein Spielniveau war dabei auf dem gleichen Level, wie es einst beim 13-jährigen Magnus Carlsen war.

Eine letzte Norm fehlt dem Deutschen noch, um als zweitjüngster Europäer nach Carlsen den Titel des Großmeisters zu erlangen. „Das ist bei ihm aber nur eine Frage der Zeit“, sagt Fenner. Ob Keymer danach aber auch tatsächlich in die Weltspitze vorstoßen und eines Tages sogar als erster Deutscher seit Emanuel Lasker vor fast 100 Jahren Weltmeister werden kann, müsse sich dann erst zeigen. Schach-Wunderkinder gab es schließlich bereits viele.

Bis es so weit ist, hofft man beim Deutschen Schachbund unter anderem auf die Sogwirkung der WM. „Der Medienresonanz ist groß. Das ist schön für uns“, sagt Fenner. Trotz mehr als 90 000 Mitgliedern in 2500 Vereinen und einer Liga, in der beinahe alle Stars der Szene zumindest gelegentlich am Brett sitzen, erhält Schach schließlich ansonsten nur wenig Aufmerksamkeit. Auch das soll sich künftig aber ändern.

„Ich denke, dass Schach auch bei uns am Anfang eines Booms steht“, meint Fenner. Drei Säulen macht der 46-Jährige aus: Die Vereine, das Internet und das Schulschach. Vor allem letzteres erfreue sich immer größerer Beliebtheit. Spätestens seit eine Studie gezeigt hat, dass Schüler, die Schach spielen, ein besseres Lernverhalten aufweisen, und das Spiel ihr konzeptionelles Denken fördert. Im Land Bremen wird derzeit in einem Pilotprojekt in 70 Grundschulklassen Schach-Unterricht erteilt.

Dazu kommt die immer größere Anzahl an Leuten, die Schach über das Internet spielen. Allein in Deutschland sind das Schätzungen zufolge rund 300 000 Menschen. Nimmt man die verschiedenen Anbieter zusammen, ist Schach weltweit sogar die beliebteste Spiele-App für das Smartphone, noch vor Klassikern wie CandyCrush oder den kultigen Angry Birds.

Im Nordwesten – genauer gesagt im Schachbezirk Oldenburg-Ostfriesland – gibt es 22 Vereine mit 761 Mitgliedern. Der Bezirk bildet mit fünf anderen den Niedersächsischen Schachverband. Dieser wiederum ist Mitglied im Deutschen Schachbund.


     www.schachbezirk-oldenburg-ostfriesland.de 

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