Frankfurt - Die Bundesliga-Clubs sind weitgehend zurück auf dem Trainingsplatz – in Kleinstgruppen unter strengsten behördlichen Auflagen. Einige Vereine beklagen jedoch das unterschiedliche Vorgehen der Ämter in der Corona-Krise bei den Ausnahmegenehmigungen für Berufssportler. Eine einheitliche Regelung des Bundesinnenministeriums gibt es nicht. Mit Argusaugen beobachten hochklassige Amateurteams das Treiben bei den fast 500 Profis im Oberhaus. Der DFB warnt eindringlich davor, es ihnen nachzumachen.
„Es ist schon besser, als allein daheim zu trainieren. Doch es hat mit Normalität nichts zu tun“, beschrieb Max-imilian Arnold vom VfL Wolfsburg den ungewohnten Übungsbetrieb: „Jede Gruppe hat eine separate Kabine. Wir haben separate Duschen und einen festen Physiotherapeuten.“
Üblich sind landauf-landab meist Spieler-Duos, die zusammen trainieren, – nicht aber in Nordrhein-Westfalen: Der 1. FC Köln schwitzt in Gruppen mit bis zu acht Profis, der FC Schalke 04 mit bis zu sieben, Borussia Mönchengladbach mit bis zu fünf. Alle Vereine betonen ausdrücklich, dass sämtliche Vorgaben der Behörden eingehalten werden. Dazu zählt weiterhin ein gewisser Mindestabstand.
Auch Tabellenführer FC Bayern – mit dem zuletzt verletzten Torjäger Robert Lewandowski – und seine Verfolger Borussia Dortmund und RB Leipzig dürfen fußballspezifischer üben, während der Spielbetrieb bis mindestens 30. April ruht. „Es war schon ein sehr ungewohntes Gefühl, heute in Kleingruppen ein Training abzuhalten. Aber es war auch schön, die Jungs mal wieder live zu sehen“, sagte Bayern-Kapitän Manuel Neuer. Das Home Office unter präzisen Vorgaben haben viele satt.
Jonas Boldt, Sportvorstand des Hamburger SV, sieht in den unterschiedlich Startvoraussetzungen „momentan noch keine entscheidende Wettbewerbsverzerrung. Wir wissen ja nicht, wann überhaupt gespielt wird.“ So hatte Stadt- und Zweitligarivale FC St. Pauli – sehr zum Unwillen der Behörden – schon zu Beginn der vergangenen Woche Trainingseinheiten absolviert.
In Hessen beklagte sich Kickers Offenbach bitterlich, dass Eintracht Frankfurt auf der anderen Seite des Mains bereits seit vergangenen Freitag wieder trainiert. Dem Regionalligisten ist dies nach einem Verbot des örtlichen Ordnungsamts untersagt.
Mit den Amateurclubs hatte sich der Deutsche Fußball-Bund vergangene Woche auf eine weitere Aussetzung des Trainings- und Spielbetriebs verständigt. Am Montag mahnte der DFB, dieser Anordnung „im Sinne der Bekämpfung des Coronavirus’ streng Folge zu leisten“. Für die Ligen unterhalb der Regionalliga seien die Verfügungen der zuständigen Gesundheitsbehörden entscheidend, „an ihnen wird sich streng orientiert“.
