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NWZonline.de Sport

Boateng unterschreibt Vertrag bis 2020 in Frankfurt

19.08.2017

Frankfurt Am Vormittag radelte er noch auf dem Ergometer, wenig später war die Rückkehr perfekt: Kevin-Prince Boateng feiert bei Pokalfinalist Eintracht Frankfurt ein Comeback in der Fußball-Bundesliga. „Deutschland hat mir gefehlt“, sagte der 30-Jährige nach der Vertragsunterzeichnung, „ich freue mich auf einen spannenden Fight in dieser Saison.“ Als erstes luchste Boateng Ersatztorwart Jan Zimmermann die Rückennummer 17 ab.

„Dafür muss ich ihn zum Essen einladen“, flachste Boateng, der nur Prince genannt werden will, bei seiner offiziellen Vorstellung am Freitagnachmittag. Ein entscheidender Grund für den Wechsel in die hessische Metropole sei gewesen, „dass ich wieder näher bei meiner Familie bin. Nach Mailand ist es von hier ein Katzensprung.“ Ebenso wichtig sei gewesen, dass er Sportvorstand Fredi Bobic sowie das Trainergespann Niko und Robert Kovac seit vielen Jahren gut kennt und schätzt.

Ob ihm Chefcoach Niko Kovac bereits am Sonntag zum Liga-Auftakt beim SC Freiburg (15.30 Uhr/Sky) ins kalte Wasser wirft, weiß er nicht. „Ich bin bereit, ich stehe voll im Saft. Aber es ist natürlich nicht so einfach, weil ich dann noch nicht so viele Einheiten mit meiner neuen Mannschaft hatte.“ Eile ist ohnehin nicht geboten, schließlich unterschrieb der Halbbruder des deutschen Nationalspielers Jerôme einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020. „Er besitzt fußballerisch alle Qualitäten. Kevin ist ein Spieler, der immer gewinnen möchte“, lobte Kovac.

Die Qualitäten als aggressiver Antreiber hat Boateng bereits in allen großen Ligen des Kontinents unter Beweis gestellt. In der vergangenen Saison bestritt er 28 Partien für Las Palmas in der spanischen Primera Division, zudem kommt Boateng auf 85 Einsätze in der italienischen Serie A für den FC Genua und den AC Mailand. 37 Spiele stehen für ihn in der englischen Premier League für Tottenham Hotspur und Portsmouth zu Buche. „Ich bin wie ein Chamäleon. Ich komme überall zurecht“, sagte Boateng.

Immer wieder zog es den Deutsch-Ghanaer dazwischen aber in seine Heimat zurück, in seinem Geburtsort Berlin begann er bei Hertha BSC seine Karriere. Es folgten Stationen bei Borussia Dortmund und Schalke 04, insgesamt hat Boateng bislang 98 Bundesligaspiele absolviert.

„Dass die Eintracht es mir ermöglicht, noch einmal in der Bundesliga zu spielen, bedeutet mir sehr viel“, sagte Boateng: „Ich brenne darauf, meine neuen Kollegen kennenzulernen, mit ihnen gemeinsam für den Adler auf unserer Brust einzustehen und um unsere Punkte zu kämpfen.“

Am Main wurde Boateng mit offenen Armen empfangen, nicht nur Kovac schwärmt von ihm. „Wir wissen um Kevins Stärken im Mittelfeld und sind überzeugt davon, dass er eine wichtige Rolle in unserem Team einnehmen kann. Kevin ist ein Winnertyp mit einem unbändigen Willen“, sagte Bobic.

Doch nicht alle haben den 15-maligen Nationalspieler Ghanas in guter Erinnerung, vor allem Michael Ballack dürfte der Gedanke schmerzen. Im Portsmouth-Dress hatte Boateng für das größte Aufsehen gesorgt, als er 2010 den damaligen deutschen Spielführer so übel foulte, dass der die WM-Endrunde 2010 in Südafrika verpasste. Die Karriere Ballacks in der DFB-Auswahl war damit vorbei – die von „Bad Boy“ Boateng geht nun in der Bundesliga weiter.