FRANKFURT - Der eine schimpfte auf den Schiedsrichter, der andere auf den eigenen Torwart, und der Dritte freute sich diebisch über seinen gelungenen Schildbürgerstreich: Erst nach dem Schlusspfiff einer äußerst mäßigen Bundesligapartie zwischen Eintracht Frankfurt und dem VfL Bochum liefen die Beteiligten zur Hochform auf. Mimoun Azaouagh sorgte gegen die überlegene Eintracht mit seinem frechen Ausgleichstor (67. Minute) für den 1:1 (0:0)-Endstand und löste damit kontroverse Diskussionen aus. Zuvor hatte Faton Toski die Hessen mit einem Heber (49.) in Führung gebracht.

„Das war nicht regelkonform“, schimpfte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel zu Unrecht, ruderte kurz danach allerdings zurück und lobte Azaouagh für seine „Schlitzohrigkeit“.

Mit einem schnell ausgeführten direkten Freistoß hatte der erst sieben Minuten zuvor eingewechselte Azaouagh die noch unsortierte Eintracht-Abwehr um Torwart Oka Nikolov düpiert. „Der Schiedsrichter hat mich gefragt, ob ich auf die Freigabe warten will, bis er den Abstand der Mauer geregelt hat. Ich habe Nein gesagt und schnell geschossen, weil ich sah, dass Nikolov noch dabei war, die Mauer zu stellen“, schilderte der Schütze die Schlüsselszene des Spiels.

Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen machte Nikolov als Schuldigen für das Gegentor aus. „Ein Torwart muss den Ball immer im Auge behalten“, kritisierte er. Für den Schlussmann ging alles viel zu schnell. „Ich stelle die Mauer, plötzlich war der Ball drin. Ich bin davon ausgegangen, dass der Schiedsrichter anpfeift“, verteidigte er sich. Christoph Spycher zog aus der Situation eine Lehre. „Eine gestandene Bundesliga-Mannschaft muss einen Spieler vor den Ball stellen, dann

passiert so etwas nicht“, erklärte der Schweizer.

Neben zwei Punkten verloren die Frankfurter auch noch Sotirios Kyrgiakos. Der Innenverteidiger zog sich bei einem Kopfball einen Trümmerbruch des Nasenbeins zu und fällt bis auf weiteres aus.