FRANKFURT/MAIN - Die Spielerinnen tanzten im Konfetti-Regen, Trainer und Manager lagen sich in den Armen und auf den Tribünen war die Rekordkulisse von 27 640 Zuschauern schier aus dem Häuschen: Mit dem verdienten 3:2 (1:0)-Erfolg im Uefa Women's Cup gegen den zweifachen Pokalsieger Umea IK aus Schweden hat sich der 1. FFC Frankfurt die Krone des europäischen Frauen-Fußballs aufgesetzt.
Was den Männern in dieser Saison verwehrt blieb, glückte dem Team von Coach Hans-Jürgen Tritschocks bereits zum dritten Mal: der Gewinn eines Europacups. Für den am Saisonende scheidenden Trainer war der nach dem 1:1 im Hinspiel noch einmal hartumkämpfte Sieg am Sonnabend die Krönung seiner Zeit in Frankfurt.
Mit einem Sieg in der Meisterschaft kann die Mannschaft nun sogar noch das „Triple“ erreichen.
„Der Erfolg ist verdient, auch wenn wir zum Schluss ein bisschen Glück hatten“, sagte Tritschocks. Aus den Händen von UEFA-Vizepräsident Gerhard Mayer-Vorfelder nahm Spielführerin Tina Wunderlich den Pokal freudestrahlend entgegen.
„Die Dramaturgie hätte kein Krimiautor besser hinkriegen können“, erklärte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich geschafft. Die Schwedinnen gaben auch nach dem 2:0 durch Treffer von Conny Pohlers (7., 56.) nicht auf. Den Anschlusstreffer von Lisa Dahlquist (68., Foulelfmeter) beantworte Petra Wimbersky zwar postwendend mit dem 3:1 (72.). Doch der Treffer von Frida Östberg
(84.) führte noch zu bangen Momenten.
„Ich habe vorher herausposaunt, mit dem Pott nach Hause zu gehen, dann musste ich ja was tun“, sagte Pohlers nach der Partie.
Mit ihrer Leistung empfahl sich die 29-Jährige auch für die Olympischen Spiele in Peking. Bundestrainerin Silvia Neid würdigte Pohlers Auftritt: „Ich wäre blöd, wenn ich auf Conny verzichten würde.“
An der Weltfußballerin Marta schieden sich derweil die Geister. Umeas Trainer Andrée Jeglertz kritisierte das Publikum, das die „weltbeste Fußballerin“ wegen ihrer theatralischen Einlagen ausgepfiffen hatte.
Tritschocks hielt dagegen: „Für mich ist sie keine Weltfußballerin. Es ist nicht fair, sich ständig fallen zu lassen und Gelbe Karten zu fordern.“
