FRANKFURT/MAIN - Das wochenlange Schmierentheater bei der Sporthilfe hat ein Ende, die bisherige Vorsitzende Ann Kathrin Linsenhoff macht mit ihrem sofortigen Rücktritt den Weg für einen Neuanfang frei. „Ich bin enttäuscht, aber es gab keinen anderen Ausweg“, sagte die 48-Jährige. Ursprünglich war ihr Rückzug wegen Dissonanzen mit Aufsichtsratschef Hans Wilhelm Gäb, der ihr Schwächen bei der Amtsführung und mangelnde Teamfähigkeit vorgeworfen hatte, zum 31. März 2009 geplant.
In der offiziellen Pressemitteilung der Stiftung hieß es dazu: „Ann Kathrin Linsenhoff wollte dem Spitzensport, dem sie persönlich viel verdankt, durch ihr Engagement etwas zurückgeben. Umso tragischer sind für alle Beteiligten die zuletzt entstandenen Irritationen, die nun keine andere Lösung möglich erscheinen lassen.“
Linsenhoff, 1988 in Seoul Olympiasiegerin mit der Dressur-Equipe, geht in die 41-jährige Geschichte der Sporthilfe als Vorsitzende mit der kürzesten Amtszeit ein. Es waren nur 270 Tage. Sie hatte ihren Posten als Nachfolgerin des 72-jährigen Gäb und erste weibliche Vorsitzende der Stiftung am 1. Januar 2008 angetreten.
Der Aufsichtsrat vertraute Michael Ilgner (37), Mitglied des Vorstands und Vorsitzender der Geschäftsführung, bis zu einer Klärung der Linsenhoff-Nachfolge die operative Führung der Stiftung an. „Wir freuen uns, dass Frau Linsenhoff selbst unsere Partner dazu aufgerufen hat, uns weiter zu unterstützen, damit für die von uns geförderten Athleten kein Nachteil entsteht“, erklärte Ilgner.
Zur Eskalation der Führungskrise war es am vergangenen Wochenende gekommen, als der Aufsichtsrat Gäb und Linsenhoff das Vertrauen ausgesprochen hatte, die Vorstandsvorsitzende aber trotzdem ihren Rücktritt ankündigte.
