FREDENBECK - Richtig wohl gefühlt hat sich Ralf Kreye, Trainer der Faustballer des Ahlhorner SV, am Sonntagnachmittag in der Geestlandhalle in Fredenbeck nicht. Er musste auf der Tribüne Platz nehmen, anstatt an der Seitenlinie des Feldes zu stehen, als es bei der Deutschen Hallen-Meisterschaft um die Medaillen ging. „Es war für mich ein schon ein komisches Gefühl, nur als Zuschauer dabei zu sein“, gab Kreye zu. Verstärkt wurde dies dadurch, dass seinem Team am Sonnabend nicht viel fehlte, um das Halbfinale zu erreichen. Es schied wegen des schlechteren Satzverhältnisses im Vergleich mit dem TV Vaihingen/Enz und dem TSV Pfungstadt aus. So mussten die Ahlhorner am zweiten Turniertag zusehen, wie Vaihingen vor 1100 Zuschauern – darunter Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister – mit einem 3:1 über den TV Stammheim den Titel holte. Zuvor war Pfungstadt mit einem 3:0 über den VfK Berlin Dritter geworden.
Kreye mochte sich darüber aber nicht allzu lange grämen. „Im Sommer greifen wir wieder an“, sagte er. Am 7. Mai startet der ASV mit einem Auswärtsspiel bei der SG Kaulsdorf in die Feldsaison. Ziel ist es, in der Nordstaffel einen der ersten drei Plätze zu belegen, um im September wieder bei der DM mit den drei stärksten Süd-Vereinen dabei zu sein. Gastgeber ist dann übrigens der frisch gekürte Hallen-Meister, der TV Vaihingen/Enz. Der habe sich den Titel verdient, fand Kreye. „Das Team hat phasenweise gespielt wie von einem anderen Stern“, sagte er.
Eine Niederlage mussten die Vaihinger im Verlauf der DM-Endrunde aber doch hinnehmen. Und zwar gegen die Ahlhorner. Im zweiten Vorrundenspiel lagen diese bereits mit 0:2 hinten (9:11, 9:11), drehten die Partie anschließend aber noch. Mit 11:6 und 11:5 gewannen sie die Sätze drei und vier. Im Abschlusssatz verwandelte Schlagmann Christoph Johannes den vierten Matchball zum 11:9 – und damit zum 3:2-Erfolg. Die Vaihinger, die ihre erste Partie gegen den TSV Pfungstadt mit 3:2 gewonnen hatten, waren aber schon mit dem Erfolg im ersten Satz ins Halbfinale eingezogen, da feststand, dass sie das bessere Satzverhältnis als der ASV aufweisen. „Wir konnten dann frei aufspielen“, erzählte Kreye. „Es war mir wichtig, dass wir uns würdig verabschiedet haben. Man hat gesehen: Die Jungs können es eigentlich.“
Der ASV hatte seine erste Vorrundenpartie gegen Pfungstadt mit 0:3 (10:12, 4:11, 9:11) verloren. Gerade die Sätze eins und drei hätten auch anders ausgehen können, vielleicht sogar müssen. Der ASV lag jeweils in Führung. „Das war wirklich ärgerlich, denn wir haben einfach den Sack nicht zugekriegt“, sagte Kreye.
Vorrunde, Gruppe A
TV Vaihingen/Enz – TSV Pfungstadt 3:2 (11:5, 12:10, 7:11, 12:14, 11:4), Ahlhorner SV – TSV Pfungstadt 0:3 (10:12, 4:11, 9:11), TV Vaihingen – Ahlhorner SV 2:3 (11:9, 11:9, 6:11, 5:11, 9:11); Endstand: 1. Pfungstadt 5:3 Sätze/2:2 Punkte, 2. Vaihingen 5:5/2:2, 3. Ahlhorn 3:5/2:2.Gruppe B MTV Hammah – VfK Berlin 2:3 (11:4, 12:10, 2:11, 7:11, 7:11), TV Stammheim – VfK Berlin 1:3 (11:9, 2:11, 7:11, 8:11), MTV Hammah – TV Stammheim 0:3 (10:12, 9:11, 7:11); Endstand: 1. Berlin 6:3/4:0, 2. Stammheim 4:3/2:2, 3. Hammah 2:6/0:4.
Halbfinale TSV Pfungstadt – TV Stammheim 1:3 (7:11, 7:11, 12:10, 9:11), VfK Berlin – TV Vaihingen/Enz 0:3 (8:11, 6:11, 10:12).
Platz 3 TSV Pfungstadt – VfK Berlin 3:0 (11:5, 11:9, 11:9).
Finale TV Stammheim – TV Vaihingen/Enz 1:3 (5:11, 9:11, 11:8, 5:11).
