Neuharlingersiel - Kein Vorbeikommen war am letzten Wettkampftag der 17. Friesensport-Europameisterschaften im Klootschießen an den Frauen des Friesischen Klootschießerverbandes (FKV). Das FKV-Team nahm in Neuharlingersiel die Plätze eins bis vier ein. In den weiteren Klassen kamen für den FKV eine Silber- und zwei Bronzemedaillen hinzu.
Die Frauen
Den Titel sicherte sich Femke Wilberts (Noord Norden) mit 195,7 Metern. Entscheidend war die große Konstanz, die sie an den Tag legte. Damit verwies sie Lena Stulke aus Halsbek auf Rang zwei. Der Ammerländerin fehlten am Ende 70 Zentimeter zu Platz eins. Für die Jugend-Europameisterin aus 2012 war es im Erwachsenenbereich nun die dritte EM-Vizemeisterschaft in Serie. Platz drei ging an Lene Gerjets mit 181,95 Metern. Die Etzelerin sorgte mit ihrem zweiten Wurf für großes Staunen. 69,2 Meter bedeuteten einen neuen Weltrekord. Dass es für sie am Ende nicht zu mehr reichte, lag daran, dass sie ihren ersten Wurf mit nur 53 Metern gehörig verzogen hatte. Platz vier ging in Person von Hannah de Vries (174,2) ebenfalls an den FKV. Antje Wulff aus Mentzhausen belegte Platz sieben (166,15). Somit ging auch die Mannschaftswertung klar an den FKV.
Die Männer
Titelverteidiger Mike Plähn vom Verband der Schleswig-Holsteinischen Boßeler (VSHB) ließ der Konkurrenz keine Chance. Mit dem Drehwurf brachte er zwei Versuche mit einer Weite von mehr als 90 Metern zustande – sein Rekordwurf schlug bei 94,1 Metern ein. Mit seiner Gesamtweite von 269,1 Metern verwies er seinen Verbandskollegen Kai Engel (252,7) mit einigem Abstand auf Rang zwei. So blieb Hendrik Rüdebusch, dem Europameister von 2016, am Ende nur Rang drei. Der Vielstedter kam auf 251,6 Meter. Sören Bruhn aus Schweinebrück wurde Sechster (240,55), Ludger Ruch aus Mentzhausen wurde Zehnter (230,6). Weiter hinten reihten sich Dominik Köster (Langendamm/Dangastermoor, 228,80 Meter, Platz 13), Bjarn Bohlken (Grabstede, 218,50, 17.) und Thore Bruns (Waddens, 210,55, 19.) ein. In der Mannschaftswertung bescherte der Doppelsieg dem VSBH auch Teamgold. Der FKV landete auf Rang zwei.
Der Friesische Klootschießerverband (FKV) ist der große Gewinner der 17. Friesensport-Europameisterschaft in Neuharlingersiel. Neun Gold-, zwölf Silber- und sieben Bronzemedaillen holte das FKV-Team. Auf den weiteren Plätzen folgte der Nederlandse Klootschietersbond (NKB, 7/5/9), der Verband Schleswig-Holsteinischer Boßler (VSHB, 5/4/1), Ból Chumann na hÉireann (BC, 3/3/7) und die ohne Edelmetall gebliebene Associazione Boccetta Italiana su Strada (ABIS).
Besonders beeindruckend war die FKV-Bilanz in der Mannschaftswertung. Jeweils sechs Gold- und sechs Silbermedaillen gewannen die Friesensportler aus den Landesverbänden Oldenburg und Ostfriesland. Platz zwei ging an den NKB (3/2/5), Rang drei an den VSHB (2/2/0).
In der Einzelwertung waren die Niederländer nicht zu schlagen. Vier Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen gewannen die NKB-Werfer. Damit blieb dem FKV (3/6/6) nur Rang zwei vor dem VSHB (3/2/1).
Die Juniorinnen
Auch hier gingen Gold und Silber an den VSHB. Inga Klinck (162,35) und Eike Carstensen (160,35) warfen die Topweiten. Platz drei ging an Finja Frels, die beim KBV Kreuzmoor/Bekhausen wirft und auf eine Weite von 157,35 kam. „Ich habe dreimal Bestleistungen abgerufen. Mit dieser Medaille habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagte die Mentzhauserin bei der Siegerehrung. Die Mannschaftswertung gewann klar der VSHB vor dem FKV und den Niederländerinnen.
Die Junioren
Neuer Europameister ist Thede Klinck vom VSHB. Seine 227,9 Meter mit dem 375 Gramm schweren Kloot bedeuteten die Bestleistung des Tages. Topfavorit Hauke Roolfs aus Südarle haderte – wie schon an den anderen Wettkampftagen – erneut mit seinen Weiten. 90 Zentimeter fehlten dem FKV-Werfer am Ende zum Titel. Besser war die Laune bei Devin Hillmer. Der Klootschießer des Mentzhauser TV gewann mit 224,65 Metern Bronze, nachdem er am Freitag schon Gold mit der Hollandkugel geholt hatte. Zudem erreichte er mit 75 Metern eine neue persönliche Bestleistung. „Ich bin überglücklich mit meinem Abschneiden bei dieser EM“, sagte der Wesermärschler. Der Büppeler Lasse Cordes wurde mit 177,35 Meter Achter. In der Mannschaftswertung bescherte ein Vorsprung von elf Metern dem FKV den Titel vor dem VSHB und den Iren.
