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NWZonline.de Sport

Friesinger fühlt sich ohnmächtig

23.02.2006

TURIN TURIN/DPA/SID - Der Geist war willig, aber der Körper versagte den Dienst: Eisschnelllauf-Star Anni Friesinger hat gestern über 1500 Meter Schiffbruch erlitten und das sehnlichst erhoffte Einzel-Gold bei den Olympischen Winterspielen verpasst. Im direkten Duell musste die 29-jährige Inzellerin ihre Erz-Rivalin Cindy Klassen aus Kanada auf der Zielgeraden ziehen lassen und belegte als Mitfavoritin nur den enttäuschenden vierten Platz.

„Heute ist mir alles egal. Das Befürchtete ist eingetreten – zaubern kann ich nicht“, sagte die enttäuschte Verliererin. Nach dem goldenen Team-Rennen und der Wimpernschlag-Entscheidung über 1000 Meter hatte sie in den zurückliegenden Tagen immer wieder über Husten, eine „verklebte“ Muskulatur und schwere Beine geklagt. „Was mich am meisten ärgert ist, dass ich nichts entgegensetzen konnte. Es fehlte das Gefühl fürs Eis – es lief gar nichts. Es ist ein Gefühl der Ohnmacht“, gab Anni Friesinger frustriert zu.

„Es ist eine ganz traurige Geschichte. Sie war völlig fertig“, sagte ihr Trainer Markus Eicher, der seine völlig ausgepowerte Musterschülerin zunächst sogar stützen musste. Ob sie am Sonnabend zum Abschluss die 5000 Meter läuft, ließ der Coach offen: „Das müssen wir noch überdenken.“ Friesinger meinte dagegen spontan: „Wenn ich jetzt entscheiden müsste: keine 5000 Meter.“

Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms, die Zehnte wurde, spendete ihrer Mannschaftskollegin Trost: „Das ist sehr traurig für Anni, aber auf der anderen Seite menschlich, wenn man so viele Strecken läuft wie sie. Es tut mir so wahnsinnig Leid für sie.“

Weltrekordlerin Cindy Klassen erfüllte sich endlich den Traum vom Olympia-Gold, nachdem sie zuvor in Turin bereits zwei Mal Silber im Team und über 1000 Meter sowie Bronze über 3000 Meter gewonnen hatte. Die bibeltreue Christin setzte sich in 1:55,27 Minuten vor ihrer überraschend starken Landsfrau Kristina Groves durch. Bronze wurde Friesinger im letzten Paar von Ireen Wüst (Niederlande) entrissen.

7000 Fans feierten die strahlende Siegerin aus Kanada, als sie mit der kanadischen Fahne die Ehrenrunde lief. Noch vor vier Jahren hatte Friesinger nach zwei Rennen ohne Medaille in Salt Lake City gerade auf den 1500 Metern ihre Trumpfkarte ausspielen können.

Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) hielt sich in 1:59,74 Minuten achtbar und war mit Rang zehn zufrieden: „Das war okay. Mehr konnte ich mir nicht ausrechnen.“ Lucille Opitz (Berlin) hatte als 30. (2:02,75) mit dem Ausgang des Rennens erwartungsgemäß nicht zu tun.

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