FRIESLAND - Mit Spannung wurde das Ergebnis der Beratungen des erweiterten Präsidiums des Handball-Verbandes Niedersachsen zur geplanten Verwaltung der Landesklassen Nord und Süd im ehemaligen Bezirk Weser-Ems durch eine Regionsspielgemeinschaft erwartet. Das Gremium hat während seiner Sitzung in Kirchdorf (Kreis Diepholz) den Zuständigkeitswechsel gebilligt.

Grundlage ist die Neufassung des Vertrages mit dem Bremer Handball-Verband. Danach organisieren die Kreise und Regionen beider Landesverbände den Spielbetrieb unterhalb der Landesligen zukünftig in Eigenregie. Im Bereich des ehemaligen Regierungsbezirks Weser-Ems geht die Zuständigkeit für die Verwaltung der Landesklassen auf eine von den Gliederungen angestrebte Regionsspielgemeinschaft über.

Die Verwaltung der bisherigen Kreisoberligen des Bremer Handball-Verbandes übernehmen die Kreise und Regionen der Kreisarbeitsgemeinschaft Bremer Umland und der Handball-Kreis Bremen. Die eingeleiteten Vorbereitungen für die Landesklassen Weser-Ems Nord und Süd der Männer und Frauen können nunmehr zügig fortgesetzt werden.

Für die Spielleitung der ehemaligen Landesligen des Bremer Handball-Verbandes sowie für die Verbands- und Oberligen Nordsee zeichnet laut Vertragsentwurf ein von beiden Verbänden gebildeter Spielausschuss verantwortlich, in den die beiden Präsidien jeweils zwei Vertreter aus ihren Verbandsgebieten entsenden. „Den Vorsitz führt ein Vertreter des Handball-Verbandes Niedersachsen“, erklärt Thomas Rössing-Schmalbach, Vizepräsident Recht des Handball-Verbandes Niedersachsen. „Weiterhin haben sich die Vertragspartner darauf geeinigt, die gemeinsamen sowie die jeweils eigenen Ordnungen und Durchführungsbestimmungen so abzustimmen und zu harmonisieren, dass für parallele Spielklassen im gesamten Gebiet der beiden Verbände gleiche Regelungen gelten", sagt der Vizepräsident. Das gelte auch für die Arbeit des zu bildenden gemeinsamen Schiedsrichterausschusses, der analog zum Spielausschuss besetzt werden soll.

HVN-Präsident Wolfgang Ullrich kündigt außerdem die Unterzeichnung des Kontraktes während der Sitzung des Erweiterten Präsidiums des Deutschen Handball-Bundes in Hannover an. Erforderlich geworden waren die Vertragsverhandlungen zwischen dem Handball-Verband Niedersachsen und dem Bremer Verband, nachdem der HVN-Verbandstag im Juli 2007 den noch laufenden Vertrag gekündigt hatte. Ziele der Kündigung waren insbesondere die Optimierung des gemeinsamen Spielbetriebes der beiden Landesverbände im westlichen Niedersachsen sowie eine Anpassung der Ordnungen und Richtlinien beider Verbände.

Während Paul Brandt, Vorsitzender des Handball-Kreises Verden und Sprecher der Kreisarbeitsgemeinschaft Bremer Umland, erklärte: „Der Entwurf räumt uns Gliederungen alle Möglichkeiten bei der Gestaltung eines grenzübergreifenden Spielbetriebes ein“, erinnerte Wilfried Wulfers (Handball-Region Oldenburger Münsterland) an die Ursprungsabsicht der Gründung einer Verbandsspielgemeinschaft Niedersachsen-Bremen. „Davon sind wir weit entfernt“, stellte er fest.

Wolfgang Sasse (Handball-Region Oldenburg) bedauerte, dass man auch zukünftig den Mannschaften aus Weser-Ems und der Kreisarbeitsgemeinschaft Bremer Umland die Möglichkeit nehme, den Titel eines Niedersachsenmeisters zu gewinnen. Als „Ersatz“ sollen in Zukunft die Meister des BHV und des HVN im Rahmen eines Supercup-Turniers aufeinander treffen.