Friesoythe/Braunschweig - In Friesoythe ein eigenes Stadion bauen? Die eigene Fußballmannschaft trainieren? Den Kader verbessern? Dem Gegner aus Bösel wertvolle Spieler abkaufen? All das ist bald online möglich. Die „Online Football Association“ programmiert seit vier Jahren daran. Die Mitglieder des Start-Up-Unternehmens aus Braunschweig haben mit so einem komplexen Online-Spiel ein ambitioniertes Ziel. Doch jetzt haben sie tatkräftige Unterstützung bekommen – aus Friesoythe. Die Studentin Laura Tiedeken gehört seit April zum Teams des jungen Unternehmens.
Tolles Team
Seit 2014 studiert die 23-Jährige Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Kommunikation an der Leibniz-Universität in Hannover. „Ich war jetzt eigentlich auf der Suche nach einem Nebenjob. Doch die Online-Liga und das Team hat es mir echt angetan. Die Idee ist unfassbar gut“, sagt Laura. Mit einem Werksstudentenvertrag ist die Friesoytherin beim jungen Unternehmen dabei. Dort kümmert sie sich um den Social-Media-Auftritt des Start-Ups und um das Marketing.
Doch was ist die Online-Liga eigentlich? „Die Online-Liga ist ein Social-Game für Fußballverrückte. Es ähnelt dem Spiel Fußball-Manager. Doch es hat eine großer Neuerung: Es bezieht den Herkunftsort des Spielers auf eine ganz neue Weise in das Spiel mit ein“, erzählt Laura ganz euphorisch.
Lokales Spiel
Jeder Nutzer, der sich angemeldet und sich einen Vereinsnamen ausgesucht hat, wird aufgrund seiner Postleitzahl erfasst. „Wer sich also mit der 26169 anmeldet, bekommt automatisch einen Kader mit 20 Spielern in Friesoythe, muss diesen trainieren, kann sich ein Stadion bauen und beginnt in einer unteren Liga mit dem Spielbetrieb“, erklärt Laura. Dabei wird jeder Verein mit seinem Fußballplatz oder Stadion auf einer 3D-Karte online dargestellt. „Man kann sich jederzeit in ganz Deutschland umschauen, wie, wann und wo die gegnerischen Vereine aktiv sind. So ähnlich, wie man es von Pokémon-Go kennt“, sagt Laura.
Alle Seiten des Sports
Mit zum Entwickler-Team gehört Lauras Kollege Andreas Kunze. Er hatte die Idee und das Spiel zusammen mit einem zehnköpfigen Team programmiert. „Wir wollten es so realistisch wie möglich gestalten“, so Kunze. So realistisch wie möglich heißt im Umkehrschluss aber auch, alle Seiten des echten Fußballs auch im Spiel wiederzufinden. „Sowohl die guten Seiten als auch die schlechten Seiten des Profisports werden in unserem Spiel behandelt. Der ein oder andere Nachbar wird sicherlich sauer sein, wenn ein naheliegender Verein mal wieder einen wichtigen Spieler abgeworben hat“, so Kunze. Finanziert wird das Spiel zum Großteil durch Eigenkapital – aber auch Fördergelder helfen dem Start-Up.
Und auch die Presse soll es in der Simulation geben. „Wir wollen den Spielalltag redaktionell begleiten und auch reale Fotos von den Spielern ins Netz stellen. So wie ein echte Fußballverein wird es Presseberichte über die Spiele geben“, sagt Laura, die genau dafür unter anderem zuständig ist. 20 Stunden arbeitet sie zur Zeit in der Woche für die Online-Liga. „Das geht auch von Hannover aus. Doch einmal in der Woche treffe ich mich in Braunschweig mit dem ganzen Team“, sagt Laura.
Sie hofft natürlich auch, dass sich in den nächsten Wochen Fußballverrückte aus Friesoythe anmelden, um in ihrer Heimatstadt den Stadien beim Wachsen zusehen zu können.
„Die Idee hinter dem Spiel ist einfach genial. So etwas hat es noch nicht gegeben“, ist sich Laura Tiedeken sicher.
