Friesoythe - Nun wird es ein einseitiges Endspiel, also ein Spiel, das nur für eine Seite ein Finale ist. Lange hatte es so ausgesehen, als müssten Hansa Friesoythe und der BV Essen beide am letzten Spieltag noch um den Klassenerhalt bangen. Aber der BVE ist bekanntlich bereits gerettet, und die Friesoyther erwarten an diesem Samstag (Anstoß: 17 Uhr) entspannte Essener im Hansa-Stadion. „Wir wollen die Saison trotzdem mit einem Sieg abschließen“, macht BVE-Coach Luc Diamesso klar, dass sein Team keine Geschenke verteilen will. „Wir sind hochmotiviert, weil wir einen erfolgreichen Abschluss haben wollen.“ Hansa-Trainer Hammad El-Arab geht das Spiel dennoch optimistisch an: „Wir haben es in einem Heimspiel selbst in der Hand, unsere Konkurrenten würden sicher gerne mit uns tauschen. Mut macht mir auch, dass mein Team zurzeit gut in Form ist.“

Apropos Konkurrenz: Der TV Dinklage, der punkt- und torgleich mit Hansa auf dem letzten Nichtabstiegsplatz steht, muss zum Tabellenfünften BW Papenburg fahren. GW Firrel, das um einen Punkt schlechter dastehende Team auf dem ersten Abstiegsplatz, hat Absteiger TSV Wallenhorst zu Gast. Klar, da wären auch Konstellationen möglich, die den Klassenerhalt der Friesoyther ohne einen eigenen Sieg bringen würden. Aber mit solchen Gedanken hält sich El-Arab nicht auf: „Wir müssen gewinnen, Punkt.“

Zuletzt habe sein Team, das das Hinspiel im November 2:1 für sich entschieden hatte, gut gespielt. Im Duell mit BW Lohne habe es nur an der Chancenverwertung gemangelt. „Da haben wir vier, fünf Riesenmöglichkeiten und verlieren am Ende 0:3. Aber schlimmer wäre es gewesen, wenn wir uns erst gar keine Chancen herausgespielt hätten. Für mich ist das Glas halb voll und nicht halb leer.“

Der Friesoyther Coach weiß, dass sein Team gegen die technisch starken Essener nur Chancen hat, wenn es konsequent Druck auf den Gegner ausübt. „Wir müssen ins Pressing und ins Gegenpressing kommen. Die Essener nutzen es, wenn man ihnen Raum lässt.“

Optimistisch macht El-Arab aber auch, dass er im Vergleich zu anderen Saisonphasen kaum Ausfälle zu beklagen hat. Zu den Langzeitverletzten Miguel Garcia und Fabian Höhne gesellt sich nur Thomas Mennicke (privat verhindert). Zudem „kennen wir die Situation ja nicht anders“. Das Abstiegsgespenst ist für die Friesoyther in den zurückliegenden Jahren zu einem normalen Begleiter geworden.

Ob es wie in den letzten Jahren erneut rechtzeitig vertrieben werden kann, wird sich nun endlich zeigen. Dass gleich mehrere Essener Spieler angeschlagen sind – hinter dem Einsatz von Jona Hardt, Philipp Ihnken, Johannes Wielspütz und Marten Niemeyer steht ein Fragezeichen – könnte allerdings hilfreich sein.

Und im Falle eines Friesoyther Erfolgs müsste sich auf der anschließenden Abschlussfeier Hansas mit Freibier auch niemand fragen, ob ein Glas halb leer oder halb voll ist. Dann dürften die Gläser erst randvoll – und ziemlich schnell ganz leer sein . . .