Friesoythe - Von der Bezeichnung „Traditionsverein“ ist die Handballspielgemeinschaft (HSG) Friesoythe noch weit entfernt. Aber jeder Verein fing irgendwann einmal mit einer offiziellen Gründung an. Bei der HSG ist das genau 25 Jahre her.
Der damalige Vorsitzende Karl-Heinz Willmann kann sich noch gut daran erinnern, wie der Verein 1994 aus der Taufe gehoben wurde. Schließlich ging der Gründung ein handfester Streit voraus. Was war geschehen? Sowohl der SV Hansa Friesoythe als auch der FC Sedelsberg hatten Handballabteilungen. 1992 entschlossen sich die beiden Vereine, eine gemeinsame Handballabteilung ins Leben zu rufen. Es entstand die HSG Frie-S’berg mit eigenem Vorstand, eigenem Etat und rund 180 Sportlern. Diese Eigenständigkeit war es schließlich aber auch, die zum Bruch führte. Die Stammvereine bemängelten einen fehlenden Kooperationswillen. Die HSG konnte diese Kritik nicht nachvollziehen und war überrascht, als 1994 der Vertrag aufgelöst wurde.
Damals gab es hitzige Diskussionen, heute sieht Willmann die Vorkommnisse von damals gelassener. „Wir waren ein Verein im Verein. Das ist einfach Gift“, sagte er jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung. Und dieser Streit habe ja auch etwas Gutes entstehen lassen: Die Handballspielgemeinschaft Altes Amt Friesoythe e.V., die im Juni 1994 an den Start ging.
Der Verein boomte und hat heute 220 Mitglieder. Vor allem der Jugendbereich konnte ausgebaut werden. Aber auch die Herrenmannschaft als Aushängeschild der HSG nahm immer mehr Fahrt auf und schaffte es von der Kreisliga bis in die Landesliga. Während die Herren nach dieser Saison in die Landesklasse absteigen werden, konnte die Damenmannschaft kürzlich den Aufstieg in die Landesklasse perfekt machen.
Einen riesigen sportlichen Erfolg im Jugendbereich konnte die HSG 2011 feiern. In dem Jahr stieg die A-Jugend mit Trainer Günter Witte in die Oberliga Nordsee auf, immerhin die zweithöchste Klasse im Jugendbereich.
Die Förderung des Handball-Nachwuchses steht ohnehin ganz oben auf der Vereinsagenda. So ist auch zu erklären, dass im Oktober 1994, also noch im Gründungsjahr, ein ganz spezieller Handballexperte in Friesoythe aufschlug: Nico Beslac. Es war ein spektakulärer Coup, der da gelang. Der leider bereits verstorbene Beslac war zu der Zeit Trainer des Zweitligisten VTB Altjührden und trainierte vorher schon Bundesligateams wie etwa den VfL Bad Schwartau. Nun sollte er sich also um die Jugendteams der HSG Friesoythe kümmern. Beslac war ein grandioser Trainer und der Verein profitierte sehr von seinen Erfahrungen. „Das war eine coole Zeit. Mehr konnte man einfach nicht lernen“, sagt Günter Witte, der sich auch noch gut an den weißen Lamborghini vom Star-Trainer erinnern kann. Das Engagement dauerte aber nur 15 Monate, da Beslac nicht mehr genügend Zeit für die Friesoyther Nachwuchsförderung hatte.
1996 nahm der vorher reine Handballverein eine Taekwondo-Abteilung auf, die seit vielen Jahren auf internationale Erfolge schauen kann. Später folgte noch die Gründung einer Bogenschießabteilung, deren Aktivität derzeit zwar ruht, aber jederzeit wieder aufgenommen werden kann, wie HSG-Vorsitzender Heiner Robbers betont.
Neben vielen Höhepunkten wie den jährlichen Nichthandballerturnieren oder den Mini-Handballspiel-Events gab es auch einen Tiefpunkt. Und zwar als 2005 das Vereinsheim neben der Sporthalle Großer Kamp ausbrannte. Doch gemeinsam gelang es Sportlern und Unterstützern, an gleicher Stelle eine neue Bleibe zu bauen.
Gefeiert wird das 25-jährige Bestehen des Vereins natürlich auch. Am Samstag, 1. Juni, wird es mit geladenen Gästen eine Party mit Tombola und Ehrungen im Hotel Landhaus Pollmeyer geben. Organisiert wird das Fest von Sandra Plate, Ina von der Heide und Alina Kühn.
