FRIESOYTHE/KARLSRUHE - Leana Thoben (5) holt ihr Kaninchen aus dem Stall. Liebevoll streichelt sie das Tier und nimmt es auf den Arm, um für das Foto zu posieren. 14 Kaninchen hat die Jungzücherin. Und Leana kann sie alle unterscheiden. „Wenn ich zwei Kaninchen umsetze in andere Käfige, dann merkt sie das sofort“, erzählt ihr Vater Hubert Thoben. Und das zahlt sich aus: Mit der Rasse Zwergwidder blau wurde die Fünfjährige am Wochenende bei der Bundesschau in Karlsruhe Deutsche Jugend-Vizemeisterin mit 384 Punkten. Ihr Friesoyther Vereinskollege Thomas Rickermann war sogar noch erfolgreicher. Er wurde mit der Rasse Kleinchinchilla und 387,5 Punkten Deutscher Meister. Außerdem stellte er einen Bundessieger, ein bestes Einzeltier, das 97,5 Punkte erreichte.
Außerdem dabei: Hubert Thoben mit Deutsche Riesen wildgrau (385,5 Punkte) erhielt einen Landesverbandsehrenpreis, Cordula Janßen mit Deutsche Widder wildgrau (385,0 und 383,0 Punkte) bekam einen Sachehrenpreis, Stefan Robbers mit Deutsche Kleinwidder weiß Rotauge (383,0 Punkte), Paul Röckers-Bröker mit Lohkaninchen schwarz (385,0 und 384,5 Pnkte) sicherte sich einen ZDRK-Ehrenpreis und einen Sachehrenpreis und in der Jugendgruppe trat Rena Rickermann mit Zwergwidder wildgrau (383,5 Punkte) an.
Über 30 000 Tiere stellten sich dem Urteil der Preisrichter. Bereits vier Tage vor der Eröffnung wurden die Kaninchen nach Karlsruhe gefahren, um bewertet zu werden. Die Züchter des Friesoyther Zuchtvereins reisten zur Eröffnung nach. Leana Thoben musste sich mit ihren Tieren gegen 60 Tiere durchsetzen, Thomas Rickermann gegen 300.
„Eine tolle Athmosphäre mit so vielen Züchtern. Viele davon kennt man ja auch, dann tauscht man sich aus. Es ist toll, die ganzen Leute wiederzutreffen“, erzählt Stefan Robbers, der mit dem Abschneiden seiner Kaninchen nicht ganz zufrieden war: „Aber es hat sich Fall gelohnt, dort hinzufahren.“
Thomas Rickermann züchtet seit 25 Jahren und hat schon viele TItel abgeräumt. Er war bereits Landesmeister, Europameister und Deutscher Meister. Für Leana Thoben war es der erste große Titel. Ihre Kaninchen liebt sie, das merkt man daran, wie die Fünfjährige die Tiere behandelt. Sie ist erst seit einem Jahr dabei. „Aber sie kennt das auch gar nicht anders, ich hatte ja schon immer Kaninchen“, sagt ihr Vater. Dann kommt das Tier zurück in den Stall. Noch einmal wird es gestreichelt, bevor die Käfigtür verschlossen wird.
