FRIESOYTHE - Die obligatorische Frage nach Hundebissen bejaht Postbeamter Ernst Ruh (62) ganz deutlich. Erst im letzten Frühjahr zwickte ihn ein sonst harmloser Dackel am Hosenbein. Im Laufe seiner Dienstzeit überstand der Friesoyther vier bis fünf Hundeattacken: „Das blieb jedoch immer ohne schlimme Folgen.“ Am gestrigen Freitag trat Ernst Ruh seine letzte Tour als Postzusteller an. Künftig genießt er die Altersteilzeit.

Die Friesoythe kennen und schätzen den Postbeamten, der zunächst in der Buchhandlung Schepers eine Lehre als Einzelhandelskaufmann absolvierte, bevor er nach weiteren Arbeitsstationen 1979 bei der Deutschen Post in Friesoythe landete. Der gebürtige Ellerbrocker wurde Beamter und verrichtete fortan seinen Postdienst als Zusteller in fast allen Stadtteilen.

Die Kunden der Post kennen Ernst Ruh in Altenoythe, Neumarkhausen oder Thüle und natürlich in Neuvrees. Dort ist er seit zehn Jahren der Stammzusteller. Ernst Ruh: „Da geht es nicht immer nur um die Zustellung der Tagespost, sondern auch um mitmenschliche Kontakte.“ Das aufmunternde Gespräch mit allein stehenden Senioren oder die Erledigung kleinerer Alltags-Gefälligkeiten waren für Ernst Ruh eine Selbstverständlichkeit: „Ich bin als Postbote für viele Menschen eine Bezugsperson.“

Täglich hat Ernst Ruh gut einen Zentner Post unter die Leute gebracht. Gesprächsthemen gab es dabei immer, vor allen Dingen nach den Wochenenden. Ernst Ruh: „Als Fan des FC Bayern München sind für mich montags die Ergebnisse der Fußball-Bundesliga ein wichtiges Thema.“

Überhaupt ist der Fußballsport die zweite Leidenschaft des Postzustellers, der als aktiver Fußballer in Ellerbrock und Friesoythe spielte, zwölf Jahre lang als Jugendobmann des SV Hansa tätig war und dort 30 Jahre als Trainer und Betreuer zum Führungsstab gehörte. Auch mit dem Beginn der Altersteilzeit wird Ernst Ruh sein Hobby weiter pflegen: „Ich bin seit 1963 als Schiedsrichter auf Kreisebene aktiv. Das wird so bleiben.“