FRIESOYTHE - FRIESOYTHE - . . . siebenundfünfzig, achtundfünfzig, neunundfünfzig, sechzig. „Das reicht“, beschließt Johannes Stagge und fängt den Fußball über seinem Kopf lässig mit den Händen auf. Exakt 60-mal hat der Schüler des Löninger Copernicus-Gymnasiums die Kugel jongliert. Der „Ballzauberer“ des Tages ist er damit aber nicht. „Der da hat 155 geschafft“, zeigt Stagge auf einen wenige Meter entfernt stehenden Jungen im Borussia-Dortmund-Trikot neben ihm. „Er ist ein wahres Kniewunder“.

Der Gemeinte heißt Hannes Einhaus und kommt aus Strücklingen. „Damit bin ich der Beste?“, fragt er verblüfft. „Da kriegste ’ne Cola für“, frotzelt Hannes Kruse, wie sein Namensvetter Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) Friesoythe. Die Limo hatte Organisationschef Karl-Heinz-Deeken, Schulfußball-Referent im NFV-Kreis Cloppenburg, allen Kickern versprochen, die mehr als 100 Ballberührungen schaffen

Alle haben gestern Vormittag am Schulwettbewerb „Talent 2006“ in Friesoythe teilgenommen, der vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) anlässlich der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr initiiert wurde. Im Stadion an der Thüler Straße wetteiferten neun Jungen- und drei Mädchen-Teams aus den Kreisen Cloppenburg und Vechta um den Einzig ins Landesfinale am 2. Juni in Barsinghausen. Geschafft haben es schließlich die Schülerinnen des Schulzentrums Saterland und die Löninger Jungen.

Neben einen Turnier „Vier-gegen-Vier“ bildeten die Übungen des DFB-Fußball-Abzeichens den Hauptbestandteil des Wettkampfes. Außer dem „Ballzauberer“ mussten die Schüler sechs weitere Stationen absolvieren, bei denen sie Punkte sammeln konnten.

So zum Beispiel den „Kopfballkönig“. „Oh, ist der Ball hart“, sagt Stefanie Reil leicht benommen bei ihrer ersten unliebsamen Bekanntschaft mit dem Spielgerät. Dennoch absolvierte die Scharrelerin, die für den heimischen SVS bei den C-Juniorinnen aufläuft, tapfer ihre Versuche. Dabei musste sie die zugeworfene „Pille“ in ein Zielrechteck von der Größe 2,5 mal 1 Meter köpfen.

Assistiert hat ihr dabei Michael Norrenbrock, Bezirksliga-Torhüter der C-Junioren von Hansa Friesoythe. Er gehört zu insgesamt 15 Helfern, die aus dem zehnten Jahrgang des AMG Friesoythe für die Veranstaltung „verpflichtet“ wurden. „Das ist besser als Schule“, ist Norrenbrocks Keeper-Kollege Jan Finkendei gar nicht so böse über die mehr oder minder unfreiwillige Helfertätigkeit.

Dennoch: Für die Teilnehmer war der Vormittag alles andere als ein lauer Ausflug. Kraftraubend war vor allem die Station „Dribbelkünstler“, bei der der Ball auf Zeit um Stangen und Hütchen gezirkelt werden muss. So ihre Schwierigkeiten hatte dabei Joana Kühne von der Haupt- und Realschule Bösel.

„Ich kann nicht mehr“, stöhnt die Fußballerin des SV Bösel als sie über den Ball stolpernd lang auf dem Rasen landet. „Die Zeit lief ja noch gar nicht“, wird sie getröstet und darf nochmal anfangen. Doch auch der zweite Versuch läuft nicht viel besser. Dass die Kräfte bei den Böseler Mädchen schwanden, ist auch kein Wunder. „Unser fünfter ,Mann‘ ist ausgefallen“, erklärt Joana. Ihre Teamkameradin Alena Mustafaev musste krankheitsbedingt passen. Am Ende langte es nur zum dritten Rang.

Müdigkeit kam beim Strücklinger „Kniewunder“ derweil nicht auf. Auch an der letzten Station „Elferkönig“ beweis er Treffsicherheit und versenkte gleich sechs Strafstöße. Nur sein Teamkollege Hannes Kruse zielte „besser“ und traf zweimal die Latte. Bester Spieler des Tages wurde Einhaus hingegen nicht. Platz eins in der Einzelwertung holte Johannes Stagge – und da war der Neid auf die 155 Ballberührungen wie weggeblasen.

Das DFB-Fußballabzeichen unter www.dfb.de/dfb-info/training/abzeichen.de