FRIESOYTHE - Deutliche Worte fand der Schiedsrichterobmann des SV Hansa Friesoythe, Stefan Preuth, auf der Mitgliederversammlung des Vereins im Burghotel. Heftig kritisierte er einige Eltern, Trainer und Betreuer von D-, E- und F-Jugendmannschaften, die die hier oftmals pfeifenden jugendlichen Schiedsrichter bedrohten und beleidigten. So habe es unter anderem geheißen: „Pfeifst du noch einmal gegen meinen Sohn, kommst du nicht lebend vom Platz“. In einem anderen Fall sei ein junger Schiedsrichter auf Grund von Drohungen und Beleidigungen weinend nach Hause gekommen.

Preuth betonte, dass dies keine Einzelfälle seien, sondern den Zeitgeist widerspiegele. Auf dem Kreisjugendtag sei Prahlen angesagt und so werde in der Öffentlichkeit von Funktionären, Trainern und Betreuern die „heile Welt“ gespielt. Als Folge fehlten jetzt Jugendschiedsrichter. In seinem Bericht wies Preuth darauf hin, dass im letzten Jahr dem SV Hansa nur zehn Schiedsrichter zur Verfügung standen, im Jahr zuvor seien es noch 15 gewesen, bedingt auch durch Wegzug. Für die kommende Saison würden elf Schiedsrichter gemeldet.

Kritik an die Stadt Friesoythe übte Vorsitzender Hubert Frohne-Brinkmann. Die Forderung der Stadt, der Verein müsse verantwortliche Personen für die Sporthallennutzung benennen, lehnte er ab. Es sei weltfremd, zu erwarten, dass der Verein den Kopf hinhalte, meinte Frohne-Brinkmann. Er riet der Stadt, mehr Jugendpfleger einzustellen, die die Verantwortung tragen könnten.

Nach Angaben von Schriftführer Jürgen Gamers liegt Friesoythe bei der Sportjugendförderung im Kreis Cloppenburg auf dem letzten Platz. Im Saterland werde das Siebenfache pro Jugendlichen ausgegeben. Gemeinsam mit den elf Fußballvereinen der Stadtgemeinde Friesoythe hat der SV Hansa jetzt der Stadt Vorschläge zur Förderung der Vereins- und Jugendarbeit vorgelegt. Grundlegende Instandsetzungsarbeiten der Sportplätze sollten von der Stadt ausgeführt werden. Bei der Jugendförderung solle mehr Geld fließen. Bei der Sportplatzpflege fordert Gamers mehr Engagement der Stadt. Zudem sollten die Vereine vom günstigen Tarif der Stadt bei Strom, Gas und Wasser profitieren.

In seinem Jahresbericht erinnerte Frohne-Brinkmann an die Renovierung des Stadiongebäudes sowie die Sanierung der Fußballplätze und der Tribüne. Dank sagte er Ludger Bickschlag, der nach 13 Jahren als Fußballabteilungsleiter sein Amt zur Verfügung stellte und nicht mehr als Geschäftstellenleiter fungiert. Positives meldete Kassenwart Alfred Hüffer, der aus einem Minus von 4000 Euro im Vorjahr in diesem Jahr ein Plus von 6000 Euro machte.

Bei den Wahlen herrschte Einmütigkeit: 1. Vorsitzender Hubert Frohne-Brinkmann 2. Vorsitzender Karl-Heinz Hackmann, 3. Vorsitzender Thorsten von Hammel, Kassenwart Alfred Hüffer, Schriftführer Jürgen Gamers.