Schortens - Das hat es beim Jever-Fun-Lauf in Schortens so noch nicht gegeben: Die 29. Auflage des sportlichen Großereignisses wäre fast abgesoffen. Die Regenfront, die in der ganzen Region für Überschwemmungen sorgte, machte auch vor Schortens nicht halt. Helden des Tages waren eindeutig die Schüler: Sie bekamen bei ihrem Lauf über die Englische Meile die volle Dusche ab.
Weil um 14.45 Uhr der Start für die Schüler unmöglich war, entschied die Rennleitung, Mädchen und Jungen zusammenzulegen. Klitschnass aber mit vollem Ehrgeiz und Tempo ging es dann über die Menkestraße bis ins Ziel vor dem Bürgerhaus – egal wie nass man war. Keine Läufergruppe hat wohl so viel Regen abbekommen wie die Schüler.
Weitaus besser dran waren da die Bambiniläufe. Die Kleinen und Kleinsten konnten noch trocken ihre Strecke laufen und boten einen niedlichen Anblick: Während die größeren mit Tempo unterwegs waren, ließen es die Kleinsten an der Hand von Mama oder Papa eher gemütlich angehen.
Sorgenfalten hatte Organisator Rudi Budweg im Gesicht. „Wenn es jetzt noch gewittert, müssen wir Läufe absagen. Das Risiko ist zu hoch.“ Und genau das passierte. Ein paar entfernte Donnerschläge gab es auch, allerdings nur ganz kurz.
Die Anwohner der Strecke ließen sich durch das Wetter nicht abschrecken: Grillpartys und Anfeuerungsgruppen waren mit Pavillons in den Gärten bestens geschützt. Viele Zuschauer sorgten für die besondere Stimmung, die den Fun-Lauf Jahr auszeichnet. Und natürlich gab im Klosterweg auch wieder Erfrischungen für die Läufer.
Auch die vielen Helfer des Heidmühler FC sowie Feuerwehr, THW und DRK, die die Strecke absicherten, haben den Regen gut überstanden und waren auch nicht mit nennenswerten Vorfällen konfrontiert. Im Zelt des DRK hatte man nur einige leichtere Hilfeleistungen zu bewältigen.
Die Zahl der Besucher war wohl in diesem Jahr wetterbedingt geringer als in den vergangenen Jahren. Auch bei den Anmeldungen gab es keine Rekorde. „In Niedersachsen sind gerade Ferien und in Nordrhein-Westfalen sind die Ferien vorbei. Das hat uns einige Teilnehmer gekostet“, kommentierte Rudi Budweg.
Nach dem Höhepunkt des Tages, dem Hauptlauf über zehn Englische Meilen mit sechs afrikanischen Läufern, die wieder einmal durch ihren eleganten Laufstil und ihre Leichtigkeit begeisterten, gab es dann doch noch eine Premiere. Gleich nach dem Zieleinlauf mussten sich die drei Erstplatzierten zur Dopingkontrolle begeben. „Das betrachten wir als eine schöne Aufwertung unserer Veranstaltung, dass die Kontrolleure uns auf der Liste haben“, kommentierte Starter Peter Torkler.
Besonders glücklich war am Ende das „Team Hebamme“: Das holte den Mannschaftssieg über die zehn Kilometer.
