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NWZonline.de Sport

Front gegen die Spiele

10.03.2015

Berlin Sie sind bei jeder Olympia-Aktion dabei, verteilen fleißig Flugblätter und debattieren mit: Die Mitglieder vom Aktionsbündnis „NOlympia“ machen vor allem in der Hauptstadt Berlin Front gegen die Spiele. Von Stinkbomben-Attacken und Handgreiflichkeiten distanziert sich die Gruppe um die Linken-Politikern Gabriele Hiller allerdings - obwohl die Wut groß ist.

„Ich denke, es ist verantwortungslos, Berlin in so ein Rennen zu schicken“, sagte die sportpolitische Sprecherin der Linke im Berliner Abgeordnetenhaus über den Zweikampf zwischen Berlin und Hamburg um die Ausrichtung der Sommerspiele 2024 oder 2028. „Die Stadt hat so viele Probleme und einen großen Schuldenberg. Man sollte sagen: Lasst es sein. Die Bürger der Stadt haben es verdient, dass ihre Probleme gelöst werden und nicht ein Thema im Vordergrund steht, das erst in zehn oder 14 Jahren Realität wird.“

Die 55-Jährige kann wenig mit den euphorischen Prognosen der Befürworter anfangen, dass die Stadt von den Spielen profitieren könne. Am Ende würde Olympia - wie so oft in der Vergangenheit - ein großes Loch in die Kasse reißen. „Drei Wochen Abenteuer hier in Berlin, drei Wochen Party, und dafür diese Kosten: Das funktioniert in einer armen Stadt wie Berlin nicht“, sagte die promovierte Diplomsportlehrerin.

Hiller glaubt allerdings auch, dass Berlin durch seine vielen Werbeaktionen die Zustimmung in der Bürgerschaft für die Spiele gesteigert hat. „So etwas hinterlässt Spuren. Die Menschen sind einfach ansprechbar für solche Manipulationen“, sagte die Politikerin. Schon jetzt seien die Kosten der Kampagnen enorm: „Man steckt da jetzt schon bis zu 2,4 Millionen Euro rein, übrigens am Haushalt des Landes Berlin vorbei.“

Gespräche mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hätten bislang keine Annäherung gebracht. „Der DOSB will die Spiele, wir wollen sie nicht. Und dazwischen gibt es relativ wenig. Die wollten, dass wir ein bisschen mitmachen. Und das haben wir abgelehnt“, sagte Hiller, die zu den Aktionen in der Regel mit einem Grüppchen von zehn Leuten erscheint: „Es gibt Sympathiebekunden im großen Stil, aber Mitmachen wollen noch nicht viele. Ich denke, wenn es zu einer Entscheidung pro Berlin kommt, werden wir aktiver.“

Im Falle eines Zuspruchs für Berlin rechnet Hiller allerdings auch mit mehr Gewaltbereitschaft der Olympia-Gegner, die eine Intensität bekommen könnte, wie sie bei der Berliner Bewerbung für die Spiele 2000 auf den Straßen zu spüren war. „Das gehört zum Image der Stadt und das sollte der DOSB auch wissen. Es gibt eine Klientel in der Stadt, die gewaltbereit ist, um ihre Interessen deutlich zu machen“, sagte Hiller und ergänzte: „Ich finde das nicht gut, aber das ist so.“

Dass sie mit solchen Aussagen auch indirekt Werbung für Hamburg macht, könnte kalkuliert sein. Fakt ist: Die Olympia-Opposition in Hamburg trat bislang weit weniger in Erscheinung als in Berlin.

Widerstandslos ist aber auch Hamburg nicht. „Ich glaube, dass sich der DOSB und der Hamburger Senat große Sorgen machen müssen, was passiert, wenn die Hamburger alle Fakten kennen“, sagte Dirk Seifert von NOlympia Hamburg dem NDR Sportclub: „Wenn das konkret wird, ist es mit der Partylaune vorbei.“

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