Frage:
Herr Dr. Jonas, viele Menschen klagen derzeit über tränende Augen und laufende Nasen. Kann es sich dabei jetzt schon um Pollenallergien handeln?Jonas:
Ja, die ersten Pollen von Hasel und Erle sind schon vor Weihnachten geflogen. Ab März kommen die Birkenpollen dazu. Gräser- und Getreidepollen fliegen erst ab Ende April, haben aber eine deutlich längere Flugzeit als Frühblüher.Frage:
Was genau ist überhaupt eine Allergie?Jonas:
Der Körper bildet beim Allergiker Antikörper gegen normale Umweltstoffe. Das können Pollen ebenso sein wie Tierhaare und Milben. Die Betroffenen fühlen sich krank. Die Schleimhäute schwellen an, die Nase läuft, die Augen jucken und dazu kommt oft Müdigkeit. In selteneren Fällen kommt es auch zu Hautreaktionen. Bei Allergien gegen Tierhaare oder Milben kann man die Auslöser am besten meiden, also keine Haustiere halten und den Milben den Lebensraum entziehen. Bei Pollen ist das schon schwieriger.Frage:
Sollten sich Betroffene in jedem Fall ärztlich behandeln lassen?Jonas:
Vom Ignorieren wird eine Allergie nicht besser. Man sollte eine konsequente Behandlung anstreben, die bereits kurz vor oder zu Anfang der Pollenflugsaison beginnt. Ansonsten kann irgendwann der so genannte Etagenwechsel erfolgen: Anfangs sind vorrangig die oberen Atemwege betroffen. Später kann es zu einem allergischen Asthma kommen, weil die Nase als Pollenfilter ausfällt und immer mehr Pollen die Lunge erreichen.thema: Wenn die Pollen wieder fliegen
Dr. med. Michael Jonas, Lungenarzt
und Allergologe in Oldenburg
