Oldenburg - Jetzt wackelt der Stuhl von Trainer Dario Fossi ganz bedenklich: Fußball-Drittligist VfB Oldenburg hat die Kehrtwende verpasst und erneut verloren. Am Sonntagnachmittag verlor der nun auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutschte Aufsteiger gegen den MSV Duisburg mit 2:3 (1:3). 5198 Zuschauer im Marschwegstadion sahen einen erneut defensiv sehr anfälligen VfB, der bei den Gegentoren von Julian Hettwer (20./23. Minute) und Rolf Feltscher (40.) ganz schlecht aussah. Lichtblick war das technisch fein gemachte 1:2 von Manfred Starke (26.). Das Anschlusstor des eingewechselten Patrick Hasenhüttl (87.) kam zu spät.
Schachten weicht aus
„Bitte haben Sie Verständnis, dass ich mich weder an Namen noch an Spekulationen beteiligen möchte“, wich Sportleiter Sebastian Schachten der Trainerfrage kurz vor dem Anpfiff beim übertragenden Sender Magenta noch aus. Schachten hatte dem Coach nur eine Jobgarantie für das Duisburg-Spiel gegeben und gesagt, dass man die „Situation analysiert“. „Wir müssen die Dinge, die wir gut gemacht haben, 90 MInuten zeigen. Es ist jetzt viel zu früh, um negativ in die Spiele hineinzugehen“, sagte ein kämpferischer Fossi und forderte, „kühlen Kopf zu bewahren“.
Ademi stürmt mit Wegner
Zwei Änderungen nahm Fossi im Vergleich zur 1:2-Niederlage beim SC Verl vor. Winter-Zugang Orhan Ademi griff erstmals an der Seite von Max Wegner an. Leon Deichmann kehrt zurück in die Viererkette. Sie ersetzten die fehlenden Routiniers Christopher Buchtmann (verletzt) und Marc Stendera (gesperrt). Bei den Duisburgern fehlte Leistungsträger Moritz Stoppelkamp krankheitsbedingt.
Duisburg schlägt doppelt zu
Bei ganz schwierigen Bedingungen mit einsetzendem Hagel zwischen der 10. und 20. Minute sowie einer frischen Brise im Marschwegstadion entwickelte sich von Beginn an eine zerfahrene Partie. Zwei Duisburger Fernschüsse, die von Oliver Steurer (15.) und Patrick Möschl (17.) geblockt wurden, deuteten eine erste Gäste-Überlegenheit an – und drei Minuten später lag der VfB zurück. Der erst 19-jährige Hettwer zog von links nach innen, ließ dabei Möschl hinter sich und traf in die lange Ecke zum 1:0. Wieder nur drei Minuten später legte der MSV nach: Starke verlor den Ball im Mittelfeld, der pfeilschnelle Hettwer entwischte nach einem Steilpass Steurer und traf zum 2:0 (23.).
Starke trifft traumhaft
Der VfB taumelte, wirkte überfordert – und war weitere drei Minuten später urplötzlich zurück im Spiel. Nach einem langen Ball nahm Starke den Ball ganz stark mit der Brust an und schoss ihn volley und unhaltbar in den rechten Torwinkel (26.). Nun hatte Oldenburg seine besten Minuten, ohne richtig torgefährlich zu werden. Viele Angriffe scheiterten am letzten Pass und an Ungenauigkeiten.
Besser machten es erneut die „Zebras“: Nach einem Fehlpass von Steurer kam der Ball über mehrere Station zu Feltscher, der aus spitzem Winkel trock abzog – VfB-Torwart Sebastian Mielitz sah schlecht aus (40.). Zum wiederholten Mal machte die schwächste Defensive der 3. Liga es ihrem Gegner viel zu einfach, Tore zu schießen- Oldenburg schnupperte kurz vor der Pause noch einmal am Anschluss, Deichmann schlenzte einen Ball aus 16 Metern knapp vorbei (45.).
Duisburg setzt auf Konter
Die zweite Halbzeit begann mit einem Duisburger Konter, bei dem der überragende Hettwer erneut Marcel Appiah einfach davon lief, den Ball aber über das Tor schoss (50.). Beim VfB zielte Wegner aus 17 Metern knapp vorbei (52.). Der VfB versuchte, offensiver zu agieren, was den Gästen viel Raum öffnete. Wieder Hettwer drang frei durch, dieses Mal parierte Mielitz (55.). Oldenburg war nun etwas bissiger in den Zweikämpfen, bekam mehrere Standards zugesprochen, die aber allesamt ungefährlich verpufften.
Fans prügeln sich – Spiel kurz unterbrochen
Zu allem Überfluss kam es nach 66 Minuten zu unschönen Szenen auf den Rängen. Aus dem MSV-Block wurde ein Feuerwerkskörper in Richtung der VfB-Fans auf der Stehtribüne geworfen. Dutzende VfB-Anhänger reagierten sofort, durchbrachen recht ungehindert das Absperrtor in Richtung MSV-Block. Auch die einige Duisburger öffneten ihr Tor zum in der Mitte eigentlich unbesetzten, abgesperrten Block. Kurzzeitig prügelten sich beide Lager wüst, bis die Polizei die Situation beruhigte. Das Spiel war in dieser Zeit unterbrochen.
Schlussoffensive ohne Erfolg
Der VfB war in der Folge bemüht und durchaus feldüberlegen, aber im Angriff zu umständlich und harmlos. Die beste Gelegenheit hatte der eingewechselte Patrickl Hasenhüttl mit einem Kopfball am Tor vorbei (85.). Dann traf Hasenhüttl doch per Abstauber zum 2:3 (87.) – und Oldenburg warf noch einmal alles nach vorn. Hasenhüttl hatte die Chance zum Ausgleich, wurde aber im letzten Moment geblockt (90.+3).
Die Aufstellungen
VfB: Mielitz - Möschl, Appiah (58. Knystock), Steurer, Deichmann - Ndure , Starke , Krasniqi (58. Adetula), Brand (81. Schäfer) - Wegner (81. Bookjans), Ademi (74. Hasenhüttl).
MSV: V. Müller - Feltscher (43. Bitter), Fleckstein, Senger, Mogultay - Frey (74. Stierlin), Jander, Pusch (86. Ekene), Bakalorz - Hettwer (74. Ajani) , Girth (86. Bouhaddouz).
